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  #41  
Alt 03.02.2017, 14:21
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FegeFeuer FegeFeuer ist offline
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Ein wildes durcheinander an Stimmen brach in der Halle aus.
„Wie konnte das passieren?!“

Während sich die Klanoberhäupter untereinander stritten, wurde der Rat zunehmend ruhiger. Zuerst war es nur eine Vermutung, doch dann kam Kallon die Erkenntnis.
„Was habt ihr getan!“, Schnauzte Kallon sie auf einmal an und stapfte bedrohlich auf sie zu, „Habt ihr uns verraten?“

Es war eine schwere Anschuldigung und alle verstummten augenblicklich.

Stotternd versuchte sich einer zu rechtfertigen.

„Wir haben niemanden verraten. Wir wollen nur unser Volk retten“

Der helle Klang einer Backpfeife schallte von den Wänden wieder, als Kallon seine Hand durch das Gesicht des Ratsmitgliedes wischte. Anscheinend brachte es ihn zur Vernunft, denn nun konnte er klar sprechen.
„Wir wollten die Zwerge retten!“, schrie er verzweifelt aus, „Ihr seid kein König. Ihr dürft es niemals werden. Dieser Myron wollte sich hier alleine einschleichen und euch töten.“

Für Kallon und die anderen Klanoberhäupter war es nur eine Ausrede, doch die Ratsmitglieder versuchten sich hinter ihrer Lüge zu schützen. Immer kleiner wurden sie in den Augen und immer erbärmlicher sahen sie aus.

„Warnt die Bewohner. Wir müssen sie evakuieren und ihnen Zeit verschaffen. Jeder der Kämpfen kann soll sich bereit machen.“, ohne zu zögern oder Widerworte zu geben, folgten die Zwerge den Anweisungen von Kallon. „Lasst das Horn ertönen, damit alle Bescheid wissen!“.

Dann drehte er sich wieder den Ratsmitgliedern zu. „Ihr seid eine Schande für alle Zwerge. Ich sollte euch hinrichten lassen, aber ich bin nicht euer König, der darüber zu entscheiden hat.“

Kallon deutete allen aus den Raumzugehen und die nötigen Schritte für eine Evakuierung einzuleiten.
„Der Schatten wird das erledigen“, knurrte er die drei an, als er die Tür hinter sich verschloss und mit der Hilfe einiger anderer Zwerge den Raum versiegete.
Von drinnen konnten sie die verzweifelten Schreie hören. Noch lange hörte er wie sie gegen die Tür hämemrten und an dem Holz kratzten. Selbst dann noch als ihre Hände schon blutig waren, doch das war ihm egal. Sie würden dafür bezahlen, dass sie so vielen Zwergen das Leben nehmen werden.


Es war ein tiefer Ton, der sich unheilvoll über die Stadt der Zwerge legte und alle aufschrecken ließ. Instinktiv wussten alle Zwerge worum es ging. Die Menschen und Elfen außerhalb der Stadtmauer, die keine Ahnung hatten was es bedeutete, wurde sofort aufgeklärt.
Panisch nahm sich jeder was er kriegen konnte und versuchte sich in Sicherheit zu bringen.

Mit nur noch einem Gedanken stürmte Tanar durch die Straßen. Es war ein mühsames, zwischen den ganzen Leuten durchzukommen. Ein jeder dachte nur noch daran sich selbst zu schützen. Auch wenn es Wachen gab, die die Personen in Richtung des Notausganges lenkten, war es ein heilloses durcheinander.
Angekommen an Kallons Haus, stieß er die Tür auf und rannte zu Alyda und Sheela, die schon sehnsüchtig auf ihn warteten.
„Es ist der Schatten, oder?“, fragte sie besorgt.
Tanar nickte nur kurz und wollte einen Rucksack mit Verpflegung packen. Bevor er es konnte, hielt Alyda ihn am Arm fest.
„Ich habe bereits gepackt, als das Horn ertönte.“ Sie deutete dabei auf einen Rucksack, welcher auf einem Tisch lag. Kurz hielt sie Inne und überlegte. „Du wirst nicht mitkommen, oder?“
Er wusste das sie die Antwort schon kannte.
„Ich werde euch die Flucht ermöglichen.“
Alyda zog ihn dicht zu sich heran und küsste ihn Innig. So verharrten sie für einen Moment.
„Wehe wenn du nicht nach kommst.“
Als sie ihren Satz beendet hatte, rollte ihr eine dicke Träne die Wange herunter, die sie sich wegwischte und dann sofort mit Sheela das Haus verließ.

Tanar atmete tief aus und lies sich dann auf einen Stuhl sinken. Liathan hing wie immer an seinem Gürtel.
Behutsam strich er über ihren Griff.
„Scheint so als würden wir ihnen erneut gegenübertreten.“
Noch ein mal legte Tanar seinen Kopf in den Nacken und legte sich beide Hände vors Gesicht und rieb sich die Augen. Dann stand er auf und legte sich seine Rüstung an.
Gekonnt schnürrte er die Lederriemen um Arme und Beine, bis alles perfekt saß. Dann verließ er den Raum und ging zurück auf die Straßen.

Mittlerweile hatten sich die Straßen etwas gelichtet. Die meisten waren freiwillig geblieben um zu kämpfen. Einige versuchten jedoch immer noch zu flüchten.

Mit angespannten Muskeln ging Tanar zu dem Platz hinter der Mauer, die als Treffpunkt ausgemacht war.
Angekommen fand er einen zusammengewürfelten Haufen aus Menschen, Elfen und Zwergen vor. Wobei die Zwergen zahlenmäßig am meisten waren.
Obwohl sie freiwillig waren hatten sie alle angst.
Wer immer ihn erkannte sah zu ihm rüber. Viele bemerkten ihn jedoch nicht, da sie geistesabwesend auf den Boden starrten und Gebete vor sich hin murmelten.

Vorne auf der Mauer erblickte er Kallon, Borin Josolin und Elisir, die mit anderen Zwergen wild am diskutieren waren.

Als sie Tanar erblickten klopften sie ihm auf die Schultern und machten etwas Platz für ihn.

„Durch diesen Eingang werden sie kommen. Sie werden ihre zahlenmäßige Überlegenheit versuchen auszunutzen. Wir müssen deshalb sie möglichst lange klein halten, wenn sie aus dem Gang kommen.“
Kallon hatte auf den Höhleneingang gezeigt, welcher rund 1 km von ihnen entfernt lag. Vor ihnen bot sich größtenteils freie Fläche. Lediglich Zelte und Karren standen noch auf dem Platz.

„Wäre es nicht schlauer sie dann in den Höhlen zu bekämpfen? Oder sie direkt da vor abzufangen?“, wollte Josolin wissen.

„Das hatten wir auch überlegt. Aber du musst wissen, dass dieser ganze Berg miteinander vernetzt ist. Sie würden durch die anderen Wege strömen und einen anderen Gang finden. Vielleicht würden sie sogar zu den Flüchtenden kommen. Wir müssen sie hier stellen und ihnen mehr Zeit verschaffen. Wir haben ein paar explosive Runen auf dem Feld verteilt um sie auf einem schmalen Pfad zu uns zu führen.“

Aus der Ferne drang ein tiefes ohrenbetäubendes Gebrüll. Es würde nur noch einige Momente dauern und der Schatten und seine Armee würden hier einfallen.
Tanar drehte sich um und sah über die Armee hinweg, bis hin zu dem Ausgang, bei dem noch immer Flüchtende warteten um endlich fliehen zu können.
Als er zurück blickte, viel ihm auf, wie alle Blicke zu ihnen hoch schauten.
Es fühlte sich an, wie damals,es war die Erinnerung von Alexandar dem Ersten. Damals sah er den ersten großen Krieg, gegen Thul Daer. Auch diese Krieger standen einer großen Schlacht gegenüber. Es war normal das sie verängstigt waren und siegreich aus einer aussichtslosen Schlacht zurückkehren wollten. Damals hatte er gehört, wie ihre Anführer den Kriegern Mut zugeredet hatte. Auch heute brauchten diese tapferen Männer einen starken Anführer.
Tanar drehte sich wieder um und stubste Kallon möglichst unauffällig von der Seite an.
„Du musst deinen Kriegern etwas erzählen. Diese Stille vor einen Kampf ist das tödlichste was es gibt. In der Ferne hört man Erilan seine Schergen anstacheln und ihre Moral heben. Und wir stehen hier schweigend und lassen uns immer weiter einschüchtern. Zeig deinen Männern das es nicht aussichtslos ist und wir für unsere Lieben kämpfen, damit sie eine neue Welt aufbauen können.“
Kallon wusste, dass Tanar recht hatte, doch hatte er so etwas noch nie gemacht.
„Ich weiß, Tanar. Aber was soll ich ihnen sagen?Ich bin nicht mal ihr König.“, wollte Kallon wissen.

Mit einem aufmunterndem Lächeln legte Tanar seine Hand auf seine Schulter: „Das ist vollkommen egal. Solange du irgendetwas sagst, wird es ihnen reichen. Keiner wird dich auslachen. Sie werden dir ihre Dankbarkeit und ihr Leben schenken.“

Kallon nickte in Gedanken vertieft und drehte sich dann um. Er blickte den Leuten auf der Mauer ins Gesicht und dann den Kriegern, welche im Vorhof auf die Schlacht warteten.

„Meine Brüder!“, rief Kallon über den Platz, „Wir wurden verraten und diesem Schatten Erilan zum Fraß vorgesetzt. Er bahnt sich seinen Weg durch unseren heiligen Berg und trachtet uns nach unseren Leben. Doch ich sage das dies nicht der Tag sein wird, an dem die Zwerge, Menschen und Elfen untergehen werden! Wir werden kämpfen, wie wir es schon unzählige Male getan haben. Seite an Seite mit unseren Brüdern!“, Kallon schlug Tanar leicht gegen die Brust und schritt dann von der Mauer zu seinen Kriegern in den Hof,
„Wir werden wie eine eiserne Mauer standhalten. Unser Schlachtruf wird sich in ihre Köpfe einbrennen und jeden erzittern lassen, der sich uns in den Weg stellt. Erilan nennt sich selbst ein Gott? Pah! Ich spucke auf diesen Gott! Mein Hammer wird über ihn entscheiden, ob er es würdig ist! Weicht nicht zurück, gebt nicht nach und zeigt ihnen keine Gnade. Hier und jetzt werden wir den Grundstein für ein neues Zeitalter legen! Wir sind das Bollwerk an dessen Mauern der Schatten sich seine abgestumpften Zähne ausbeißen und verzweifeln wird. Wir zeigen ihnen, was die freien Völker gemeinsam erreichen können. Egal ob Dämon, Schatten oder Gott. Wir werden der Welt zeigen, dass auch er Bluten kann!“

In mitten der Armee blieb er stehen und schaute einem Zwerg ins Gesicht.

„Wirst du mich mit deiner Axt in diesem Kampf unterstützen?“

Der Zwerg schluckte schwer und sagte dann leise „Ja, mein Herr.“

Kallon legte seinen Kopf leicht schräg, so dass er ihm zu erkennen gab, dass es ihm nicht genügte.

„Ja! Mein Herr!“, brüllte der Zwerg diesmal aus ganzem Herzen.

„Du!“, Kallon deutete auf einen Menschen, der mit einem Schwert bewaffnet etwas weiter hinten stand, „Habe ich dein Schwert?“

„Ja, mein Herr!“, donnerte die Antwort über den Platz.

„Ich frage euch alle! Leiht mir eure Stärke und folgt mir in den Kampf! Lassen wir sie dafür bluten, so töricht zu sein uns anzugreifen!“

Ein einheitlicher Kriegsschrei, der den riesigen Platz in ein ohrenbetäubendes Donnergrollen verwandelte, ertönte. Die Krieger stampften mit den füßen auf den Boden, so dass der Boden unter der Stampede erbebte. Ein wahrlich angsteinfößendes Spektakel bot sich ihm vor seinen Augen, als der Kampfgeist der Krieger in ihren Augen aufblitzte und ein jeder sein Leben für diesen einen Kampf geben wollte.

„Für die freien Völker!“, rief ein Klanoberhaupt und trat einen schritt vor, die Waffe hoch erhoben.

„Für unseren König!“, rief ein zweiter und hob ebenfalls seine Waffe.

Auch wenn es nicht offiziell war, so ertönte es aus jeder Ecke der Armee. „Für unseren König!“. Die Worte die den Kriegern am meisten Mut zum kämpfen gaben.

König einer untergehenden Nation zu sein hatte sich Kallon niemals gedacht. Und doch erfüllte es ihn mit stolz sie alle anzuführen, auch wenn die Chance gleich Null war. Er wollte es versuchen und Völkern Aaganiens eine schönere Zukunft zu verschaffen.

In Mitten der Stadt begann auf einmal Geröll in Bewegung zu kommen, so dass sich das Herr umdrehte und voller Ehrfurcht auf einen steinernen Riesen blickte.
Der erste Gedanke war, dass der Schatten bereits in der Stadt sei, doch dieser Gedanke ging schnell verloren, als sich der Steingeist Nephalax vor ihnen zeigte.

„Endlich ein König, der meiner Anwesenheit würdig ist.“, donnerte die tiefe Stimme von Nephalax, „Beweist nun auch eurem Volk, dass ihr ein wahrer König seid und führt sie in dieser Schlacht. Auch ich werde kämpfen und mich um Erilan kümmern.“

Als wäre dies das Kommando gewesen, ertönte ein weiterer Schrei von Erilan aus den Höhlen und die ersten Schatten kamen herausgestürmt.

„Unser Gott Nephalax ist auf unserer Seite!“, rief Kallon seinen Männern zu, „Zeigen wir ihm, dass wir würdig sind!“

Wie eine wilde Horde stürmten die Schatten und Besessenen aus dem schmalen Höhlenausgang und versuchten direkt auszuschwärmen. Schon nach einigen Schritten, erreichte jedoch der erst eine explosive Rune und flog mit einem donnernden Knall in die Luft. Immer und immer wieder traten sie auf die Runen und beendeten so ihr Leben. In Brand gesetzte Ölfelder an den Flanken der feindlichen Armee lies ihnen kaum Platz zum ausschwärmen.
Bei jedem Knall jubelte das Herr und ihre eigene Moral stieg.
Nach und nach begriffen die Angreifer, das am Rand Runen vergraben waren, so dass sich die Stampede entschlossen hatte geradewegs auf die Stadt zuzulaufen.

„Macht euch bereit!“, brüllte Kallon den Männern zu, „Feuer!“
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Über 5.000 Hits mit meiner ersten Geschichte "Die Legende von Tanar"

Über 9.000 Hits mit meiner zweiten Geschichte "Die Legende von Tanar II"
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  #42  
Alt 12.02.2017, 12:55
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Und weiter geht es mit dem nächsten Teil!



Das surren der Pfeiler zischte von den Mauern in Richtung der Feinde. Schwer schlugen die Geschosse auf ihre Feinde ein und rissen diese tödlich zu Boden, wo sie einfach überrannt worden.

„Feuer!“

Eine zweite Salve bahnte sich seinen Weg und brachte wieder den tödlichen Regen, was die Angreifer jedoch unbeirrt nach vorne marschieren ließ.
Salve für Salve folgte, bis die Schatten den Platz überquert hatten und die ersten gegen die Mauer schlugen. Für einen kurzen Moment schien es, als würde die Mauer nachgeben, denn der Putz bröckelte an einigen Stellen in beachtlich großen Mengen aus dem Mauerwerk. Doch zu Tanars glück blieb es dabei und verursachte keine größeren Schäden.

Während die Schatten von unten versuchten über die Mauer zu klettern, wurde von oben Pech herunter gegossen.
Der Geruch von Blut und verbranntem Fleisch legte sich über den Schauplatz. Wild kreischten die brennenden Kreaturen auf und liefen orientierungslos umher, bis sie verendeten.

Als Tanar das Schlachtfeld überblickte, sah er in der Ferne, wie zuerst sein Bruder Sohan und dann Myron den Höhlenausgang passierten und sich einen Überblick verschafften. Zähneknirschend sah Tanar zu ihnen rüber, als plötzlich etwas großes durch den Eingang drängte und sich immer größer aufbäumte. Es war Erilan persönlich, der seinen riesigen Körper durch den engen Gang drängte und sich fast bis unter das steinerne Dach erhob. Ähnlich wie ein Hund stand der Schatten auf allen Vieren. Er war dunkel schwarz, mit einem leichten lila Ton. Seine Klauen blitzen bedrohlich im faden Schein des Feuers und der Explosionen um ihn herum auf. Insgesamt machte Erilan eher den Eindruck einer wilden Bestie, als der eines Gottes. Blutrünstig suchten seine Augen nach seinen Feinden, bereit sie in Stücke zu reißen.

Mit einem fürchterlichen Schrei stürmte er plötzlich nach vorne auf die Stadt zu. Die riesigen Pranken des Ungeheuers donnerten im Gallop über den Platz, ohne auf die eigenen Schatten seiner Armee zu achten. Wer ihm im Wegstand wurde einfach niedergestampft. Zu allem bereit machte sich Tanar auf das schlimmste gefasst und wollte gerade einen Zauber wirken, als über ihren Köpfen hinweg sich Steine in Bewegung setzten und mit Erilan zusammenstießen.
Es war Nephalax, der dem Schatten sich mit all seiner Wucht entgegen geschmissen hatte.

Mit seinen riesigen steinernen Fäusten schlug er Erbamunglos nach seinem Bruder. Mit jedem Schlag zahlte er seinem Bruder etwas seiner Verbannung zurück. Jeder schlag versetzte ihn mehr in Rage und trieb ihn weiter an den Schatten aufzuhalten. Ein Kampf unter Götter, der alles in den Schatten stellte. Jeder Hieb brachte den ganzen Berg zum Beben. Es grenzte an ein Wunder, das der Berg noch stand. Keiner von beiden schenkte dem anderen auch nur die kleinste Pause oder Raumgewinn, während sie nach dem anderen Schlugen.

Weit unter ihnen tobte der Kampf ums überleben der Sterblichen währenddessen weiter.

Plötzlich hörte Tanar einen lauten Knall, als einige Meter weiter die Mauer explodierte und Steine durch die Gegend wirbelten. Sohan hatte die Unachtsamkeit der Verteidiger genutzt und ein riesiges Loch in die Feste gesprengt, durch der nun Schatten und Befallene stürmten.

„Jetzt liegt es an euch!“, brüllte Kallon seinen Männern durch das Schlachtengetümmel zu, „Zeigt ihnen keine Gnade und verteidigt diesen Berg bis zum letzten Atemzug.“

Allen voran stürmte Kallon zu dem Loch in der Wand und lies seinen Hammer auf den ersten Schatten niederfahren, der ihm entgegen kam. Unter lautem Knacken brach es der Bestie den Schädel. Josolin und Tanar taten es ihm gleich, während Elisir zusammen mit den Bogenschützen und Magiern auf der Stadtmauer bleib und es Pfeile und Feuerbälle regnen ließ.

Ein greller Blitz schoss quer über das Feld und riss einen Krater. Funken von Elektrizität zuckten immer wieder über den Ort des Einschlages. Es war Kenvelo der neben Tanar erschienen und ihm zunickte.
„Du bist etwas spät dran.“
„Aber noch nicht zu spät.“, antwortete ihm Ken, „Ich weiß jetzt wer ich bin. Ich weiß wo der letzte Silberdrache ist.“
Auch wenn Tanar neugierig war, so konnte er es sich gerade nicht leisten Ken zuzuhören.
„Das freut mich, doch ist jetzt einfach der falsche Zeitpunkt.“, brachte er gerade so hervor, als der nächste Besessene auf ihm zugerannt kam.

Wie ein Wirbelwind drehte Tanar sich und glitt mit Liathan durch das Fleisch seiner Feinde. Egal wie wild diese Bestien auch schienen, gegen Tanars Wahn, der wieder in ihm ausbrach hatten sie nicht den Hauch einer Chance.
„Gegen eine Saphirscherbe, die meinen Geist klar halten kann, hätte ich jetzt auch nichts einzuwenden.“, dachte sich Tanar, während er nach einem weiteren Feind stach.
„Keine Sorge.“, kam die Antwort von Liathan, „Ich passe schon auf dich auf.“
Ihre Worte beruhigten ihn zwar etwas, doch hörte er tief in sich das dunkle Lachen seiner bösen Seite.

Als er einen Moment zum verschnaufen hatte, besonnte er sich seiner magischen Fähigkeiten. Sie schafften es zwar die Schwachstelle in der Mauer zu verteidigen, doch es war nur eine Frage der Zeit, bis die Flut von Erilans Schergen in das Mauerinnere gelangte.
Tanar stellte sich auf eine kleine Anhöhe, richtete seine Handflächen nach vorne und murmelte einige Worte vor sich hin. Kallon, Borin, Kenvelo und Josolin wussten instinktiv was zu tun ist und bildeten einen Schutzkreis um ihn herum, um ihm die nötige Zeit zu verschaffen.
„Das solltest du besser blocken, mein Bruder!“, knurrte Tanar leise zu sich selbst, als er Sohan ins Visier nahm.

Kleine Lichtpartikel formten sich um seinem Arm und wanderten zu seiner Handfläche, wo sie spielend gegeneinander flogen und knisternd sich abstießen. Mit einem plötzlichen Knall schoß ein gebündelter Strahl aus Energie über das Schlachtfeld und riss Schatten und Besessene mit sich in den Tod. Eine alles verschlingende, tödliche Schneise formte sich, die jeden, der in ihr stand vom Erdboden verschwinden ließ.

Es erstaunte Tanar nur ein bisschen, als er seinen Zauber verebben lies und sah, wie Sohan durch die Schneise auf ihn zu schritt.

„Es bedarf schon etwas mehr, als das. Auch wenn es nett anzusehen war.“, mahnte Sohan seinen kleinen Bruder.

„Ich habe nicht damit gerechnet, dich so leicht töten zu können.“, konterte ihn Tanar.

Um sie herum tobte die Schlacht, doch keiner der Anwesenden traute sich einzugreifen. Nur eine andere Person gesellte sich zu den beiden. Es war Myron.
„Traust du dich nicht alleine an mich ran?“, spottete Tanar.
„Das ist leider nicht meine Entscheidung. Erilan will es so.“

Anhand des verkrampften Gesichtausdruckes konnte Tanar sofort erkennen, wie sehr es seinen Bruder ärgerte. Doch diesmal wollte Erilan anscheinend sicher gehen, dass Tanar nicht mit dem Leben davon kommt.

Es begann wie immer. Erst war es nur ein Schleier, der immer dichter wurde. Die Dunkelheit legte sich um seine Füße un raubte ihm jegliche Sicht nach auußen. Sie sperrte ihn komplett ein.
Es war Myrons Werk. Seine Art einen Kampf mit Tanar anzugehen. Erst ein Mal ihn von allen abschotten und dann versuchen ihn aus der Dunkelheit heraus zu töten.
„Weißt du was, Liathan? Diesmal werden wir beide alles geben was wir können. Ich habe kein Bock auf diese scheiße mehr.“, fluchte Tanar.
Er rammte Liathan in den Boden und legte seine Hand auf den Knauf.
Das Schwert glühte kurz auf, dann trat die schöne junge Frau, mit dem feurig roten Haar heraus und guckte sich verspielt in der Dunkelheit um.

„Los zeig dich Myron!“, rief sie, als würde sie jemanden suchen, der sich wie eine Maus vor einer Katze verstecken würden.
Tanar hob seinen Finger in ein Richtung und sofort schossen eine Haarsträhnen von Liathan in die Dunkelheit und spießte etwas auf.
Langsam öffneten sich kleinere Löcher in dem schwarzen Nebel, die immer größer wurden, bis sie komplett verschwand.

Gelangweilt atmete Myron aus: „Ach komm schon. Was soll der Scheiß?“, und blickte auf seinen durchlöcherten Körper, „Es brennt, wenn sie das macht!“

Hinter Tanar ertönte auf einmal ein Aufschrei und Sohan stand mit erhobenem Schwert hinter ihm, was auf ihn herabsauste. In dem Augenblick eines Wimpernschlages drehte sich Tanar jedoch um und konterte den Angriff mit seinem eigenen Schwert. Ein Knall ertönte auf Brusthöhe, als Sohan mit einem Feuerzauber auf ihn zielte. Doch auch das sah Tanar kommen und wehrte den Angriff mit einer lässigen Bewegung seiner Hand ab, die ihn dennoch ins torkeln brachte und den Verband um seinem Dämonenarm weg sprengte. Die Hand selbst blieb unverletzt.
Ohne ihm eine Pause zu gönnen, sprang Sohan ihm nach und schlug wie wild auf ihn ein. Wie in wilder Raserei schlugen die beiden Brüder aufeinander ein und suchten nach einer Öffnung in der Deckung des anderen.
Ein schlecht platzierter Schlag von Sohan auf Kopfhöhe reichte Tanar aus um darunter abzutauchen und freie Bahn auf den ungeschützten Rücken von seinem Besessenen Bruder zu haben. Blitzschnell holte er schwung, musste seinen Angriff jedoch abrupt abbrechen, als sich ein leuchtender Kreis zwischen beiden bildete und Tanars Mutter zwischen beiden stand. Verwirrt sah sie sich um, bis sie verstand, dass er sie wieder aus der Geisterwelt heraufbeschworen hatte, um sich selber zu stärken.
In dem Augenwinkel zeichnete sich zu Tanars erstaunen einen langer spitzer Knochen ab, welcher auf sich auf seine Schläfe zu bewegte. Instinktiv riss er den Kopf zurück. Leider musste er feststellen, dass er nicht schnell genug war, denn das Geschoss traf ihn leicht an der Wange und riss einen derben Kratzer auf der Haut. Schnell presste er sich seine Hand auf die Wange. Ein Schwall von Blut floss ihm durch die Finger. Zu seinem Glück war die Wunde allerdings nur Oberflächlich.

Einige Meter entfernt sah er wie Myron im Kampf mit Liathan war. Ihr wallendes rotes Haar stand hoch in der Luft. Es sah aus, als würde ein Schlangenbeschwörer eine Schlange in die Höhe steigen lassen. Elegant und tödlich zugleich stießen ihre Haare wie die Spitze eines Speeres immer wieder nach vorne und versuchten Myron zu treffen. Trotz des andauernden Hagels von Angriffen auf den Totenbeschwörer, hatte dieser es irgendwie geschafft einen Knochenspeere auf Tanar zu werfen.

Auf dem ganzen Schlachtfeld erschienen nach und nach leuchtende Kreise. Immer mehr Toten wurde ihre letzte Ruhe verwehrt, als Sohan sie heraufbeschwor. Mit jeder Person die Sohan getötet hatte wurde seine Macht stärker. Selbst wenn sie es nicht wollten, so gaben sie im ihre Kraft.

„Was meinst du wie viele von deinen Kriegern Familienangehörige oder Freunde wiedererkennen?“, gab Sohan hönisch von sich.

Es war respektlose Aussage gegenüber den Kriegern und auch ihm gegenüber, da er erneut seiner Mutter und Vater gegenüberstand.

Tanar ging ein paar Schritte nach rechts, um freie Bahn auf Sohan zu haben, drehte dann seinen rechten Fuß auf dem Boden zurecht und nahm eine offensive Haltung ein. Er wollte seinem Bruder keine weiteren Worte schenken, sondern diesen Wahnsinn beenden. Nein, dort vor ihm stand nicht sein Bruder. Seinem Bruder hatte er von einer Ewigkeit verloren. Das vor ihm war nur eine von Erilan gefüllte Hülle.

Tanar spannte jeden Muskel seines Beines an. Unter voller Anspannung sah er mit eiskalter Mine zu dem Besessenen herüber. Wie eine Steinstatue verharrte er und wartete. Der Schlachtenlärm klang von über all her an sein Ohr. Alles um ihn herum nahm er war. In einiger Entfernung ging ein Krieger auf die Knie, als er vor einer der Lichtsäulen stand und auf einen von Sohans Toten sah. Es war eine Frau in dem Alter des Kriegers. Er weinte bittere Tränen und riss sich den Helm vom Kopf. Das Metall schlug klirrend auf den steinernen Boden. Mit seinen Händen versuchte er durch das Gefängnis zu greifen und diese Frau dort raus zuziehen, doch es gelang ihm nicht.
Ein Schatten kam von hinten angesprungen und durchbiss ihm das Genick.

All dies nahm Tanar in sich auf und fokussierte es in sich. Tanar konnte es sich nicht mehr schön reden. Mit all seiner Kraft versuchte er gegen seine Dunkelheit anzukämpfen. Es fühlte sich an, als würde eine wilde Bestie in einen Käfig eingesperrt sein. Ein Käfig der es nicht ewig halten konnte. Immer wieder warf sich die Bestie in der Raserei gegen den Käfig, so dass dieser von einer Seite zur anderen Kippte.

„Ach scheiß drauf.“, fluchte Tanar, ohne sich auch nur ein Stück zu bewegen, „Ich versuche es mir nicht mehr schön zu reden. Ich Hasse und verabscheue dich. Ich werde dich nicht damit davonkommen lassen.“

In Sohans Gesicht spiegelte sich ein leichtes Lächeln. Für ihn Klang es fast so, als würde tanar der Dunkelheit nachgeben und somit den Weg für den Schatten Erilan zu seinem Herzen frei machen. Doch das war nicht Tanars begehren. Für ihn war es nur ein Schritt zu sich selbst. Er wollte seinen Bruder aufhalten und sich nicht mehr selbst belügen. Er wusste das er eine innere böse Seite in sich hatte. Doch das war für ihn okay, denn sie gehörte dazu um diejenigen zu richten, die noch böser waren.

Seine Muskeln zitterten unter der Anspannung.
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Über 5.000 Hits mit meiner ersten Geschichte "Die Legende von Tanar"

Über 9.000 Hits mit meiner zweiten Geschichte "Die Legende von Tanar II"

Geändert von FegeFeuer (12.02.2017 um 12:58 Uhr)
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Alt 19.02.2017, 15:56
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Dürft mich wie immer gerne auf Fehler hinweisen und auch Kritiken da lassen (vermute mal, dass keiner mehr die Geschichte verfolgt, da ich einfach zu lange gebraucht habe um neue Teile hochzuladen, werde es trotzdem bis zum Ende durchziehen und die Geschichte vollständig hier reinstellen)

Als Sohan seinen Mund aufmachen wollte, drückte Tanar sich mit aller Wucht ab und hechtete nach vorne. Dort wo er eben noch stand, entstand eine Druckwelle, die den Staub von dem Boden aufwirbelte und fast schon wegsprengte.

Mit nur einem Schritt überwand Tanar die Entfernung von rund 10 Metern zu seinem Bruder und stand mit seinem Schwert vor ihm. Wie in Zeitlupe versuchte Sohan sein Schwert hochzureißen. Er hatte die plötzliche Schnelligkeit seines Bruders nicht erwartet und so schaffte er es nur im letzten Moment sein Schwert vor den Körper zu ziehen.

Als die Schwerter gegeneinander trafen, vibrierte das Schwert von Sohan so heftig, das er für einen kurzen Moment glaubte, dass es aus Gummi sei. Mit all seiner Macht versuchte er die Waffe festzuhalten, doch der Aufprall war so enorm, das sein eigenes Schwert gegen seinen Brustpanzer schlug und ihn ins straucheln brachte. Bei dem Aufprall stöhnte Sohan schwer aus und rang nach Luft.
Panik breitete sich in seinen Augen aus, als Tanar sich vor seinen Augen auflöste und er merkte, wie ein Schlag von hinten ausgeführt wurde.
Tanar schlug mit solch einer Wucht, das selbst das Schneiden des Schwertes in der Luft eine pfeifende Melodie des Todes annahm.
Sohan schaffte es sich jedoch nur noch halb umzudrehen, bevor ihn das Schwert an seinem Nackenschutz traf. Auch wenn der Schlag so mächtig war, durchbrach er nicht die Rüstung, da Sohan es gerade noch geschafft hatte in eine defensive Haltung zu gehen und einen Schutzzauber zu wirken.
Unbeirrt löste sich Tanar wieder auf und tauchte diesmal von der Seite auf. Wieder ertönte das unheilvolle Surren, als Tanars Schwert die Luft um sich herum verdrängte und gegen Sohans Rüstung traf.
Jeder von Tanars Schlägen donnerte aus einer anderen Richtung her auf seinen Bruder nieder. Wieder und wieder löste sich Tanar auf, nur um dann aus einer anderen Position, die Sohan nicht vorherzusagen vermochte, anzugreifen.
Sohan blieb nichts anderes übrig, als auf die Knie zu gehen und die Schläge über sich ergehen zu lassen und darauf zu hoffen, dass seine Verteidigung nicht brechen würde.
Auch Tanar merkte, wie stark die Verteidigung war.
Kniend verweilte Sohan und merkte erst nach einigen Sekunden, dass die Schläge plötzlich aufgehört hatten.
Vorsichtig hob er den Kopf an und sah Tanar, wie er in der Ferne vor Myron stand und sein Schwert in diesen zum wiederholten Male hineinstieß.
Die Frau mit den roten Haaren konnte er nicht mehr ausmachen, weshalb er da von ausging, das Liathan wieder in dem Schwert war.

Sofort sprang er auf und sprintete zu den beiden herüber. Erneut merkte er welche Kraft Tanar aufgebracht hatte, denn bei jedem Schritt schmerzte sein ganzer Körper und seine Beine standen kurz davor zu versagen.

Wieder und wieder rammte Tanar Liathan in Myron, der einen Fluss aus Blut aus seinem Mund ausspuckte und verzweifelt versuchte sich von ihm zu entfernen, was ihm jedoch nicht gelang.
Immer wieder verzehrte Myron krampfhaft das Gesicht, als er die höllischen Qualen über sich ergehen lassen musst. Er wollte vor Schmerzen schreien, doch gelang es ihm nicht.
Erleichtert glitt er von Liathan zu Boden, als Sohans Schwert von der Seite Nach Tanar schlug in dieser zurückweichen musste.
Auch wenn Myron unsterblich sein mochte, so blieben die Schmerzen bestehen.
Schlag um Schlag Hieb Sohan nach Tanar in der Hoffnung ihn zurückhalten zu können, da er jeder Zeit damit rechnetet, das Tanar ihn gleich wieder in die Mangel nehmen würde.

Als die Schwerter gegeneinander schlugen und beide direkt Gesicht vor Gesicht standen, konnten sie sich die Anstrengung deutlich ansehen. Beide kämpften damit überhaupt noch zu stehen.
Gleichzeitig hoben beide ihre nicht Schwerthand an und schlugen sie dem anderen mit voller Kraft ins Gesicht, worauf hin beide zu Boden stürzten.

Für einen kurzen Moment sah Tanar alles verschwommen. Er fühlte wie sehr ihm sein ganzer Körper schmerzte. Benommen tastete er nach Liathan, die er beim stürzen fallen gelassen hatte.
Als er hoch sah, konnte er in ca. 20 Meter von sich entfernt sehen, wie Josolin auf ihn zugerannt kam um ihn zu unterstützen.
Tanar konnte sich nur langsam aufrichten, doch zu seinem Glück erging es Myron und Sohan nicht anders.
Schwer atmend versucht er zu Josolin zu gelangen, dem der Weg von zwei Schatten abgeschnitten wurde, die auf allen Vieren vor ihm standen und ihn umkreisten. Sie schnitten ihn von weiteren Soldaten ab, die ohnehin selber um ihr Überleben kämpften.
Zeitgleich sprangen die Bestien von beiden Seiten auf ihn zu.
„Nein“, schrie Tanar verzweifelt aus.
Die eine Kreatur erstach Josolin mit seinem Schwert, während die Zweite ihm von hinten die Krallen durch die Rüstung schlug und dann fest in sein Genick biss.
Sofort erschlaffte der Körper des Kriegers und der Körper wurde wild hin und her geworfen, bis die Schatten das Interesse an den leblosen Körper verloren.
Tanar mobilisierte all seine Kraft und stürmte blind nach vorne. Mit Tränen in den Augen streckte er mit einem mächtigen Schlag den Schatten nieder, der zuvor Josolin getötet hatte.
Sofort durchströmte Tanar die Energie des Schatten, als Liathan sie absorbierte.
Mit entsetzen starrte Tanar auf das schmerzverzerrte Gesicht von Josolin, der von Blut und Dreck besudelt dort lag.
Erst jetzt bemerkte Tanar, wie die Armee von Kallon immer weiter zurückgedrängt wurde und stetig an Halt verlor.

Eiskalt durchlief es seinen Körper. Hektisch sah er sich um suchte nach Kallon und den anderen.

Zu seiner Erleichterung konnte er Kenvelo direkt hinter den eingerissen Resten der Mauer ausmachen.
Sofort rannte er zu ihm herüber.

Blitz um Blitz schoss aus der linken Handfläche von Ken, während er in der rechten sein Schwert führte und verzweifelt versuchte mit einigen anderen Kriegern dem Ansturm stand zu halten.

„Wo sind Kallon und die anderen.“, wollte Tanar von ihm wissen, als er zu ihm aufgeschlossen hatte.

Betrübt sah Kenvelo zu seiner linken Seite. Zurückgezogen in einer Straße zwischen den Häusern der Stadt saß Kallon auf dem Boden. Vor ihm lag Borin, während sich mehrere Zwerge um ihn kümmerten.

„Es hat Borin schlimm erwischt. Elisir wurde von einem Schatten von der Mauer gerissen und getötet. Was mit Josolin ist weiß ich auch nicht.“, kam die Antwort mit gesenkter Stimme.

Plötzlich kehrte die Benommenheit zurück und Tanar musste sich zusammenreißen. Waren sie nicht so heroisch in die Schlacht gezogen um den Schatten zu bezwingen? Sie wollten doch siegreich hervorgehen und einer besseren Zukunft entgegentreten. Und doch starben so viele.
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Alt 25.02.2017, 18:57
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So! es geht spannend weiter!



„Bleib bei mir mein Bruder!“, Schrie Kallon seine Bruder Borin an.
Das Gesicht des Zwerges war bereits sehr blass und dicke Schweißperlen zeichneten das Gesicht vor Anstrengung. Sein Brustpanzer war aufgesprengt und darunter klaffte eine tiefe Wunde. Zudem war der ganze Körper übersät von kleineren Wunden. Im Allgemeinen war es erstaunlich, das Borin überhaupt noch lebte.
Unter starken Schmerzen, griff sich Borin in die Tasche und holte eine Schatulle heraus.
Es war die Schatulle, Die Kallon seinem Bruder mit auf seine Reise gegeben hatte. In dieser hatte er immer seinen Donnerlehm aufbewahrt. Eine klebrige graue Masse, die leicht entzündlich war und eine enorme Sprengkraft besaß. Die Schatulle selbst war ca. 20 cm lang und hatte fünf Ecken. Sie sah aus wie eine kleine eckige Truhe.
Plötzlich wurde Borin still. Fast so als wäre er dahin geschieden. Dann begann er jedoch verlegen zu Lächeln, als er den Gegenstand so an sah.
„Schon witzig, wenn ich mir vorstelle, dass dies auch ein Schlüssel sein könnte.“

Verwirrt sahen sich die Leute um ihn herum an. Auch Tanar hatte sich mittlerweile neben Borin ab gekniet und hatte ihm zugehört.

„Ich hatte es die ganze Zeit bei mir und es ist mir nicht mal aufgefallen.“, Borin blickte dabei Tanar mit seinen müden Augen an, „Als wir in dem Salzbergwerk waren. Erinnerst du dich? Ich habe versucht den Raum frei zu graben. Es war ein fünfeckiges Schlüsselloch. Was ist wenn wir die ganze Zeit den Schlüssel bei uns hatten? Es ist zumindest ein Versuch wert!“

Borin hustete unter Anstrengung.

„Beruhige dich mein Bruder!“, sprach Kallon besorgt, „Das werden wir zusammen erledigen, wenn du wieder gesund bist.“

Doch Borin schüttelte nur mit dem Kopf und drückte dann Kallon die Schatulle in die Hand.

„Das Salzbergwerk ist einen halben Tagesritt von der Hauptstadt Aiwah nach Osten entfernt. Tanar weiß ebenfalls wo es ist. Ihr müsst es einfach versuchen.“, presste der jüngere Zwerg zwischen seinen Zähnen hervor, „versprich es mir.“

Tränen spiegelten sich in Kallons Augen wieder, als er seinen kleinen Bruder so leiden sah.

„Auch wenn es kein Königreich mehr gibt, so musst du immer der tapfere König sein, den wir alle in dir sehen. Leiste deinen Teil, damit die vielen Tode nicht umsonst sind.“

Mit diesen Worten fiel die Hand von Borin schlaff auf den Boden und blieb regungslos liegen.

„Nein! Nein! Nein!“, schrie Kallon aus und rüttelte leicht an seinen Bruder, „Guck mich an! Du kannst jetzt nicht sterben!“

Die Tränen des Zwergenkönigs rannten sein Gesicht herunter und verfingen sich in seinem Bart.

Tanar versuchte seinen Freund Kallon zu beruhigen, doch dieser nahm ihn gar nicht wahr.

Von der Seite her kam Kenvelo dazu gerannt und blieb fassungslos vor ihnen stehen, als er Kallons von Trauer übersäte Gesicht sah. Völlig in seiner Trauer vertieft klammerte der Zwerg sich an dem Leichnahm fest und flehte ihn an, zu ihm zurück zukommen.

Plötzlich fiel etwas riesiges vom Himmel und schlug in die Stadt ein. Es war Nephalax, der einen schweren Schlag abbekommen hatte und zu Boden gegangen war. Schnell sprang er jedoch auf und warf sich wieder auf Erilan.

„Die Schlacht ist verloren.“, es war Kenvelo, der das Wort ergriffen hatte, „Wir können die Mauern nicht mehr halten. Gib den Befehl zum Rückzug.“

Langsam ließ der Zwergenkönig von seinem verstorbenen Bruder ab und richtete sich auf.

„Was ihr macht ist mir egal! Ich werde hier erst weggehen, wenn Erilan tot ist!“ , knirschte es aus dem Bart des Zwerges.

Von Tränen getränkte und blutrote Augen funkelten aus dem zornigen Gesicht zu dem Gott empor. Fest umschloss er mit seinen Händen seinen mächtigen Streithammer und stapfte schnaubend nach vorne.

„Es reicht.“, sprach Tanar fast flüsternd, „Verwehre deinem Bruder nicht seinem letzten Wunsch. Jemand hat mir im Salzbergwerk eine Erinnerung aus alten Tagen gezeigt. Dort kam dein alter Meister drin vor. Es war der Tag an dem dein Meister starb. Ich sah wie er durch die Hand dieser Person starb. Diese Person konnte in den Geist deines Meisters sehen. Es war dein Meister, der ihm von diesem versteckten Raum erzählt hat. Wir könnten wirklich den Schlüssel in unseren Händen halten. Weißt du was das bedeutet? Wir könnten Erilan besiegen! Lass die vielen Tode nicht umsonst gewesen sein.“

Geschlagen sah Kallon über das Schlachtfeld. Wohin er auch sah, sah er Menschen oder Zwerge sterben. Dieser Kampf war wirklich vorbei, auch wenn er unbedingt den Schatten tot vor sich haben wollte.

„Sagt den überlebenden das wir uns zurückziehen.“, flüsterte Kallon kaum verständlich, dann rutschte ihm sein Hammer aus der Hand und er drehte sich mit gesenktem Kopf vom Schlachtfeld weg.

Sofort wurde das Signal zum Rückzug geläutet. Das dumpfe dröhnen des Hornes ertönte in schneller Abfolge immer wieder hintereinander, so dass es jedem zu verstehen gab, dass sie besser laufen sollten.

„Die letzten Flüchtlinge haben die Höhlengänge schon längst erreicht. Wir sollten auch schleunigst verschwinden“, sprach Kenvelo, womit jeder einverstanden war.

Eiligen Schrittes spurteten sie zur anderen Seite der Stadt um zum Höhleneingang zu gelangen. Es war ein komisches Gefühl durch diese Stadt zu laufen, wo sie sonst immer so belebt gewesen war. Besorgt sah Tanar zu Kallon, der geistesabwesend an seiner Seite lief.

Als sie den Höhleneingang erreicht hatten, mussten sie einen kurzen Moment innehalten, weil bereits einige Krieger dort waren und sich eine kleine Schlange gebildet hatte.

Plötzlich wurde es unruhig, als hinter ihn Schlachtenlärm erklang.
Eine kleine Gruppe wurde kurz vor dem Eingang von Schatten und Befallenen abgefangen.

„Schneller!“, brüllte Tanar den flüchtenden vor dem Eingang zu.
Tanar selbst zog Liathan aus der Scheide und wollte der Gruppe helfen, welche sich noch im Kampf befand. Doch es war Tanar nicht vergönnt, denn Myron und Sohan tauchten in diesem Moment aus der Stadt auf und standen zwischen Tanar und der Gruppe.

„Es ist vorbei Tanar!“, rief Sohan zu ihm herüber, „Du magst vielleicht stärker sein als ich oder Myron, aber Erilan wirst du nicht bezwingen können!“

Kallon hatte Tanars Handgelenk gepackt.
„Es ist jetzt an mir dich da von abzuhalten. Wir müssen hier weg.“

Tanar drehte sich mit einem Lächeln im Gesicht seinem Freund zu.

„Die Prophezeiung hatte recht. Es war nie mein Schicksal Erilan zu besiegen, auch wenn ich es mir so sehr gewünscht habe. Ich wollte nie meinen ungeborenen Zwillingen diese Last aufbürden.“,sprach Tanar mit zittriger Stimme, „Ich bin der einzige der euch etwas Zeit verschaffen kann.“

Mit diesen Worten löste Tanar sich von Kallons Griff und legte ihm die Hand auf die Brust, woraufhin Kallon zurückgestoßen wurde. Für einen Moment blieb ihm der Atem weg. Als er letztendlich stolperte und zu Boden sank, hörte er Vögelgesang. Er saß mitten im Wald. Durch das Laubdach drangen die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne, welche über den Kamm des Berges der Zwerge guckte.

„Du verfluchter Mistkerl!“,knirschte Kallon zwischen seinen Zähnen hervor, „Ich werde Alyda nie wieder unter die Augen treten können.“

Neben ihm tauchte plötzlich Kenvelo auf, der auf die gleiche Art und Weise von Tanar aus dem Berg gezaubert wurde.

Tanar musste ihn von dort weggezaubert haben. Sie alle wussten, dass jemand ihnen Zeit verschaffen musste, damit wenigstens einige fliehen konnten und Kallon oder Kenvelo wären niemals ohne Tanar geflohen. Aus diesem Grund musste er sie wegschicken, damit wenigstens sie es schaffen konnten.

„Wenn wir uns wiedersehen solltest du auf jeden Fall eine gute Entschuldigung und einen großen Krug Met dabei haben!“, lachte Kallon verbittert und warf sich mit dem Rücken auf den Boden. Er legte seinen Arm über die Augen, doch konnten sie nicht die Tränen verbergen, die seine Wangen herab kullerten.

„Es tut mir leid mein Freund.“
Es waren Tanars Worte, die in seinem Kopf erklangen.
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Geändert von FegeFeuer (25.02.2017 um 19:14 Uhr)
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Alt 05.03.2017, 18:51
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So Leute! Es spitzt sich dem Ende zu! Es heißt für Tanar noch mal alles geben!


Erschöpft sank Tanar zu Boden.
„Verdammt. Ich werde mich keinen Millimeter mehr teleportieren können“, stöhnte Tanar unter Anstrengung.
Ein Blick zum Höhleneingang verriet ihm, dass nun auch die letzten Krieger diesen passiert hatten und sich in den Tunneln befanden. Nun ging es darum auch für sie Zeit zu verschaffen.
Eine feine Wolke seines dampfenden Atems bildete sich bei jedem Atemzug. Das Pochen seines Pulses hämmerte so stark in seinem Kopf, dass er Kopfschmerzen bekam.

„Das ist dein Ende!“, kreischte Myron fanatisch, als er humpelnd auf Tanar zuging, „Wir werden ein Exempel an dir und deinem kläglichen Versuch der Gegenwehr statuieren! Jeder soll wissen das der „ach so mächtige“ Tanar durch uns zerquetscht wurde! Niemand kann sich der göttlichen Macht Erilans widersetzen!“

„Da wäre ich mir nicht so sicher!“, rief Tanar lautstark aus und stürmte plötzlich nach vorne. Mit offenen Armen sprang Tanar Myron entgegen, der ihn verdutzt ansah und gar nicht verstand was gerade geschah.

Bevor Myron zurückspringen konnte umklammerte Tanar ihn mit beiden Armen und riss ihn zu Boden.

Unerwarteter Weise blieb Myron für einen kurzen Moment die Luft weg. Vor seinen Augen erschien alles verschwommen und die Landschaft änderte sich. Gemeinsam rutschten sie über den staubigen Boden und überschlugen sich. Sofort versuchten beide etwas Platz zwischen sich zu bringen und krochen am Boden liegend weg.

Tanar zog sich über den staubigen Boden, bis er sich gegen einen ca. 1 Meter großen Stein legen konnte.

Verwirrt sah sich Myron in der kargen Steppe um. Sie befanden sich in einem riesigen Canyon, irgendwo im nirgendwo. Er bestand aus rotem Sand und roten Steinen. Überall flimmerten kleine Portale auf, die alle samt komplett schwarz waren. Einige flogen in der Luft, andere klebten an den steinernen Wänden. Obwohl der Himmel ähnlich blau war, wie der, den Myron kannte, so wirkte er verzerrt und unreal.

„Wo sind wir?“, wollte Myron wissen.

„Das kann ich dir nicht genau sagen. Wir sind irgendwo zwischen unserer Welt und der Zeit. Eintausend Jahre in dieser Welt bedeuten einen Wimpernschlag in unserer.“, begann Tanar mit einem Lächeln.

„Du wirst mich wieder zurück bringen!“, fauchte Myron ihn an.

Höhnisch begann Tanar zu lachen.
„Nun sei doch nicht so, kleiner Myron! Wenn ich dich nicht töten kann, dann sperre ich dich lieber hier ein, wo du keinen Schaden anrichten kannst.“

Mühsam stand Tanar auf und ging zu einem Portal. Auch Myron versuchte hinterher zukommen, doch fehlte ihm einfach die Kraft.

„Für mich ist es ein Kinderspiel die Portale nach belieben zu öffnen. Für dich sollte es unmöglich sein.“, zwinkerte ihm Tanar zu.

„Du dreckiger Hund! Warte gefälligst!“, schrie Myron ihn an.

„Ach ja, eins noch.“, sprach Tanar, während sich vor ihm das Portal öffnete und das Innere des Berges zeigte, aus dem sie kamen, „Ich bin der einzige, der es jemals erfolgreich geschafft hat sich zu Teleportieren. Also viel Spaß hier!“

Vor Myrons Augen trat Tanar durch das Portal und verschwand. Verzweifelt sprang Myron nach vorne, doch schaffte er es nicht rechtzeitig. Das Portal hatte sich bereits geschlossen und war nun wieder schwarz geworden. Schwer krachte Myron mit dem Gesicht in den roten Sand, wo er einfach bewegungslos liegen blieb.

Sein eigenes Gefängnis für die Ewigkeit.

Schwer krachte Tanar auf den steinernen Boden, wo er sich vor den Füßen von Sohan wiederfand.
Er hatte sich keinen Millimeter von der Stelle entfernt, von der er mit Myron gestartet war. Krampfhaft krallte sich seine Hand vor der Brust, denn sein Herz fühlte sich an, als würde man es zerreißen.

„Wo ist Myron!“, schnauzte Sohan ihn an.
Es hatte sich ein großer Kreis um Tanar gebildet, denn keiner traute sich an ihn heranzutreten.
Trotz der Schmerzen schaffte Tanar es ein Lächeln aufzusetzen.

„Ich bin hier noch nicht fertig!“, knurrte Tanar zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor, „Es wird nicht so Enden, wie Myron eben noch meinte. Die Völker werden sich an diesen Tag irgendwann zurück erinnern. Es wird der Tag sein, als ein Mensch dem Gott Erilan das fürchten lehrte. Ich werde allen zeigen, dass auch dieser falsche Gott sterben kann! Es mag vielleicht noch zehn, vielleicht auch noch hundert oder mehr Jahre dauern, bevor dieses Grauen ein Ende hat, doch es wird immer jemand geben, der sich gegen Erilan erheben wird.“

Für einen kurzen Moment wurde es still. Tanar setzte sich auf die Knie und blickte Sohan ins Gesicht. Hinter Sohan bäumte sich Erilan auf. Erschöpft saß Nephalax, der Steinriese, in Mitten der Stadt. Er hatte es nicht geschafft den Schatten aufzuhalten.

„Ich werde den Menschen und allen anderen Völkern zeigen wie es geht! Heute werde ich dieser Jemand sein, der sich dem Schatten entgegenstellt. Ich werde ihn töten!“

„Mach dich nicht lächerlich kleiner Bruder! Das ist Blasphemie!“, tönte Sohan, fast höhnisch.

„Das ist keine Blasphemie! Werdet Zeuge, wie ich einem Gott entgegentrete!“, brüllte Tanar heraus, „Und wenn es sein muss werde ich selbst zum Gott!“

Tanar setzte erst sein linkes Bein auf und drückte sich dann hoch, so das er vor Sohan stand. Dann rammte er Liathan vor sich in den Boden und legte seine Hand auf den Knauf. Eine rote Flamme tat sich auf und Liathan trat aus dem Schwert hervor.

„Es ist an der Zeit, Alexandar.“, sprach Tanar in seinen Gedanken.

„Du weißt was das für dich bedeutet?“, kam die Antwort, von dem Magier der Ersten, der sein Wissen und einen Teil seiner Existenz in Tanar weiterleben ließ.

„Das hier wird mein letzter Kampf sein. Mein Schicksal ist schon lange besiegelt.“, sprach Tanar dann seelenruhig so das es jeder hören konnte.

Es herrschte totenstille. Keiner traute sich zu bewegen, als plötzlich ein fahles Licht vor Tanar erschien. Eine Feder eines Vogels kam aus dem Licht und gleitet sanft zu Boden, dann ertönte der Schrei eines Greifens aus dem Nichts. Plötzlich folgte eine enorme Druckwelle, die alles und jeden in der Nähe wegzudrücken schien.
Mit all seiner Macht schaffte es Sohan gerade so stehen zu bleiben und hob sich schützend den Arm vor das Gesicht.

Als die Druckwelle abschwächte konnte Sohan eine ungeheure Menge an Energie wahrnehmen. Verunsichert und zögernd nahm er den Arm wieder runter.

Vor ihm stand ein alter Mann in einer lilanen Robe. Um den Nacken und über die Schultern lag ein Federkleid. In der linken Hand hielt der grauhaarige Mann einen verknoteten und geschwungenen Birkenstock, der vom Fußboden bis zur Schulter des Mannes reichte. Rechts von dem Mann stand ein Greifen, bereit jeden anzugreifen, der sich ihm näherte.
Majestätisch stand das Geschöpf auf allen Vieren. Scharfe Krallen gruben sich in den Boden und es war so groß wie ein riesiger Löwe, mit dem Köpf eines Adlers und mächtige Flügeln.

Mit zitternden Beinen ging Sohan zurück.
„Das ist unmöglich! Wie kannst du überhaupt noch stehen!“, kreischte Sohan panisch.

„Es ging nie um das was wir können. Es geht nur um das was wir machen.“, Tanars Stimme klang deutlich tiefer als zuvor. Seine Worte kamen nicht aus seinem Mund, denn dieser war geschlossen. Vielmehr sprach er aus seinem Inneren und seine Worten waren selbst im hintersten Winkel des Berges zu hören. Selbst Erilan schien dies zu beeindrucken, denn er rutschte unruhig ein kleines Stück zurück. Es war, als hätte Tanar eine andere Eben betreten und war nun kein normaler Mensch/Elf mehr. Hellblau schimmerten die Augen des Großkönigs und zogen einen leichten Schleier zur Seite weg, wo sich der Schein dann wieder auflöste.

Langsam zog Tanar sein Schwert aus dem Gestein und hielt es senkrecht zum Boden, mit der spitze zum Himmel. Dann ließ er die Klinge langsam im 45 Gradwinkel nach unten gleiten. Obwohl es für die anderen so langsam wirkte, konnten sie mit dem bloßen Augen die Bewegung nicht richtig verfolgen. Hinter der Klinge spiegelte sich schemenhaft weitere Klingen ab, die der Ersten folgten.
Als Tanar die Bewegung beendet hatte, löste sich ein kleiner Windstoß von der Waffe.
Plötzlich zog sich eine unsichtbare Schneide durch die Reihen von Schatten und Befallenen, die allesamt in Zweigeteilt wurden. Eine tödliche Schneise fraß sich gierig durch ihre Reihen und zerriss alles erbarmungslos, was sich ihr in den Weg stellte. Steinerne Häuser wurden einfach niedergerissen, als wären sie nichts, der Boden wurde aufgesprengt und Fleisch und Knochen zertrennt.

Sohan der in einer Art Schockstarre verweilte, begriff nicht was los war, bis er einen harten Schlag in der Magengrube spürte, der seinen Brustpanzer verformte und ihm die Eingeweide einquetschte. Er sah noch für einen kurzen Moment in die blauen Augen seines Bruders, der wie aus dem Nichts vor ihm aufgetaucht war und nun vor ihm stand.Der Schlag war so kraftvoll, dass er seine Verteidigung durchbrochen hatte. In Zeitlupe merkte er, wie er den Boden unter den Füßen verlor und zurück geschleudert wurde. Eine Fontäne aus Blut spritze ihm aus dem Mund. Wie ein Geschoss flog er in Richtung der Stadt. Durch die ersten Häuser und Mauern schlug er, als wären sie aus Plastik. Erst das vierte Haus konnte ihn abbremsen und ließ ihn schwer verwundet in den steinernen Trümmern liegen. Krampfhafte rang er nach Luft, denn sein ganzer Körper brannte ihm und bereitete ihm Höllenqualen. Er versuchte sich zu bewegen, doch fühlte sich sein Körper an, als sei er aus Gummi, denn der Schlag hatte ihm jeden einzelnen Knochen in seinem Körper gebrochen.
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Hier der letzte Part! Ich hoffe es hat euch gefallen



Unbeeindruckt von seiner eigenen Stärke sah Tanar zu Erilan empor, der seine Zähne fletschte und ihn anknurrte.

Sofort sprang Tanar in die Luft, auf den Schatten zu, und schlug nach diesem. Auch Liathan tat es ihm nach und sprang in Richtung des riesigen Schatten. In perfekter Synchronisation schlugen die beiden auf das Monster ein, blockten und setzten dann erneut zum Angriff an.

Alexandar kanalisierte währenddessen vom Boden aus seine Zauber. Feuerball um Feuerball schleuderte er in Richtung von Erilan. Die Explosionen versengten das pechschwarze Fell des Monsters, fügten ihm jedoch nur Oberflächliche Verbrennungen zu.

Die kleineren Schattenschergen versuchten ihrem Meister zu helfen, in dem sie sich auf Alexandar stürzten, doch schaffte es keiner an die unüberwindbare Mauer des Greifens vorbei, der bedrohlich von Seite zu Seite sprang und mit seinem spitzen Schnabel nach den kleinen Kreaturen Schnappte oder sie mit seinen rasiermesserscharfen Krallen zerfetzte.

Immer weiter hagelten die Angriffe von Tanar und Liathan auf Erilan ein und rissen tiefe Wunden in die Gestalt.
Günstig landete Tanar unterhalb des Monsters, als Liathan ihn mit einem Schlag ins Straucheln brachte und Erilan völlig ungeschützt war. Mit einem mächtigen Schlag, schoss Tanar von unter Erilans Kopf nach oben und zog das Schwert ein Mal über das komplette Gesicht der Bestie. Erilan warf seinen Kopf in den Nacken, seine Vorderbeine in die Luft und Schrie vor Schmerzen auf. Pechschwarzes Blut tropfte in Strömen von Erilans Körper und ergoss sich auf den Boden, wo es wie ätzende Säure aufdampfte. Unkontrolliert schlug die Bestie um sich und traf Tanar unvorbereitet von der Seite.

Ein durchringender Schmerz durchfuhr Tanar, als die riesige Pranke ihn erwischte. Die Kraft war so enorm, dass Tanar fast Ohnmächtig wurde, als er in Richtung des Bodens geschleudert wurde. Der Aufschlag war brutal, da er keine Kraft mehr hatte, um den Aufprall etwas entgegen zu setzen. So rutschte er erst einige Meter über die Steine, bevor er zum Liegen kam.
Sofort war Liathan zur Seite und kniete sich besorgt neben ihm ab.
„Tanar!“, schrie sie ihn verzweifelt an. Tränen kullerten ihr dabei über ihre blassen Wangen.

Der blaue Schleier um seinen Augen legte sich wieder und formten sich zu seinen braunen Augen zurück. Über all, wo er keinen Metallpanzer trug, wies er tiefe Kratzspuren von dem harten Boden auf, über dem er gerutscht war. An seinem Kopf klaffte eine große Platzwunde, aus der ihm Blut ins Gesicht lief.

„Ich wollte es doch schaffen, dass du nie wieder weinen musst.“, sprach Tanar leise und versuchte ihr eine Träne wegzuwischen.


Im Hintergrund tobte noch immer Erilan und schrie wie wild. Er warf sich hin und her und verwüstete dabei die ganze Stadt. Nephalax, der seine Chance witterte, hämmerte seinem Bruder mit seiner steinernen Faust ins Gesicht. Wie ein verängstigter Hund jaulte Erilan auf und rutschte etwas zurück. Bedrohliche Mengen von Blut tropften weiterhin aus dem Körper von Erilan. Humpelnd kroch Erilan immer und immer weiter zurück und verschwand letztendlich durch den Höhleneingang.

Langsam löste sich Alexandar auf und wurde zusammen mit seinem Greifen davongetragen.

„Tu doch etwas!“, flehte Liathan den Steingott an, „Rette sein Leben!“

Sie hatte seinen Kopf auf ihren Schoß gelegt und streichelte ihm zärtlich durch sein nasses Haar. Es war eine Mischung aus Blut und Schweiß.

Bedrückt rollte Nephalax neben dem Sterbenden, wissend, dass er nichts für ihn tun konnte.

In der rechten Hand hielt Tanar noch immer sein Schwert fest.

„Es tut mir leid. Ich wollte dich nie wieder alleine lassen. Ich wollte sehen wie meine Kinder groß werden und mein Versprechen dir gegenüber halten.“, Tanars Stimme wurde immer schwächer.

„Sag das nicht! Du wirst dein Kinder sehen! Wir werden sie zusammen aufwachsen sehen!“, schrie Liathan verzweifelt und weinte dabei bitterlich. Träne um Träne rann ihr Gesicht herab und tropfte von ihrem Kinn.

Mit letzter Kraft rammte Tanar die scharfe Schneide von Liathan in den Boden und drückte seine Hand erneut gegen den Knauf.
„Ich bin schon weit über mein Limit, das war mir schon bewusst, als ich mich mit Myron teleportiert habe. Für dich ist es aber noch nicht vorbei. Ich will das du frei bist und dabei helfen kannst Erilan ganz zu besiegen.“, während Tanar sprach ertönte ein klirrendes Geräusch, als würde Glas zerspringen.

Kleine rote Flocken regneten von dem Griff des Schwertes Liathans zu Boden. Tanar hatte mit letzter Kraft Liathan aus dem Schwert befreit. Er wollte nicht, dass sie sich zurück in ihr Schwert verziehen konnte, wo sie sich erneut vor allen verstecken würde und verbittert ihr Dasein fristen würde.

Mit dem Wirken dieses letzten Zaubers fiel Tanars Hand schlaff auf den Boden.
Stärker als zuvor fing Liathan an zu weinen. Ganz nah zog sie Tanar zu sich ran, bis sich ihre Köpfe berührten.
„Ich liebe dich.“, flüsterte sie ihm zu und drückte ihm dann ihre Lippen auf die Stirn.

So verweilte sie. Selbst als schon alle anderen weg waren. Unheilvoll zog sich das Schluchzen von Liathan durch den Berg. Ein Klang, den die Steine noch nach Jahrtausenden wiedergaben, wann immer jemand den Berg betrat.

Über die Zeit hinweg kamen vereinzelt Schatten und Befallene zu diesem Ort zurück, um Tanars Körper für ihren Meister zu holen. Egal wann sie kamen, fanden sie Liathan kniend mit Tanars Körper in den Armen vor. Jeder der sich ihnen näherte fand den Tod durch Liathans wallendes, feurig rotes Haar. Egal wann sie kamen und egal wie viele es waren. Keiner kam an sie heran. Einzig der Berg von Leichen, welcher kreisförmig um den beiden liegt, zeugt davon.



Schweißperlen rannen über ihr Gesicht. Ihre Zähne knirschten unter der Last ihrer Kiefer, die sie krampfhaft zusammenbiss. Schmerzerfüllt kniff sie die Augen zusammen und versuchte einen lauten Schrei zu unterdrücken. In kurzen Atemzügen atmete sie stoßend ein und aus. Nach einigen Minuten hörte sie jemanden Schreien, dann noch jemanden. Es waren keine schmerzerfüllten Schreie, sondern Schreie voller Hoffnung die sie vernahm.

„Es sind Zwillinge. Ein Junge und ein Mädchen!“, strahlte eine Frau sie an, die eines der Kinder hielt.

„Ich will sie sehen.“, war die Antwort von Alyda, die völlig erschöpft auf dem Rücken lag.

Erst als sie ihre beiden Kinder in dem Arm hielt und mit eigenen Augen sehen konnte, dass es ihnen gut ging, breitete sich Erleichterung in ihr aus und sie entspannte sich etwas.

Tränen der Freude rannen über ihr Gesicht, als sie die Zwillinge so ansah.

„Ich werde euch Maylea und Liam nennen.“

THE END


So liebe Leser! Das war es!!Ich hoffe es hat einigen gefallen.
Es ist ein dritter und damit letzter Teil in Planung. Das Skript steht schon, aber die Lust fehlt mir. Werde sie vielleicht irgendwann mal in Angriff nehmen und schreiben. Wann das sein wird weiß ich selber auch noch nicht.

Hier reinstellen werde ich den letzten Teil aber auch nicht mehr. Der wird nur für mich und meine Familie / Freunde sein. (Es sei denn ich versuche nochmal mein Buch an ein Verlag zu bringen und die können es in ihrem Sortiment realisieren, dann wird es öffentlich gehen )

Bin im Moment am überarbeiten des 1. Teil. Das wird auch nochmal ziemlich viel Zeit in Anspruch nehmen.
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