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-   -   tjo... om Ice' untiteled XD (http://forum.sfgame.de/showthread.php?t=43457)

Icefire 12.01.2012 01:22

tjo... om Ice' untiteled XD
 
tjo
was soll ich dazu sagen...
weiß nicht
ein weltraum fantasy gedöns
erklärt sich endweder von selbst aber es können auch fragen gestellt werden XD
erstmal gibts den prolog und sowas wie des erste kapitel
hat was mit raumschiffen und weltall zu tun aber gibt auch eher fantasy lastige aspekte ;3

Prolog


Grüne Wiesen ziehen sich bis zum Horizont, der Himmel ist strahlend blau und die riesige, grünlich schimmernde Sonne steht hoch über dem Land. Einzelne Bäume stehen in Mitten der sanften, grüne Hügel, die sich über die Ebene ziehen. Die riesigen Jatuhnbäume, mit ihren lilanen, großen Blättern und den ausladenden Ästen, werden belagert von kleinen Herden Tamas. Sie richten sich immer wieder auf ihren kräftigen Hinterbeinen auf, wobei sie sich mit ihren deutlich zierlicheren Vorderbeinen, an den riesigen Baumstämmen abstützen, dann versuchen sie mit ihren langen, schwarzen Zungen die Früchte von den Bäumen zu holen, doch nur selten sind diese Versuche von Erfolg gekrönt. Trotz ihrer Größe von fast 43 Fuß erreichen die meisten nicht mal die unteren Äste. Sie müssen sich also damit begnügen, dass Fallobst zu fressen. Mit ihrer sandfarbenen Haut und den dunklen Panzerschuppen auf dem Rücken und dem Kopf, kann man sie schon von weiten erkennen. Einige von ihnen rennen immer wieder gegen die mächtigen Stämme um so das Obst von den Bäumen zu schütteln. Ein breiter Fluss schlängelt sich in sanften Wellenlinien zwischen den Hügeln entlang durch die Grasebene.

Zwischen einem tiefen Riss in der Erde und einer Biegung des Flusses, befindet sich ein Hain von mehreren Jatuhnbäume, doch diese sind nicht ganz so groß, wie jene auf der Ebene. Die Bäume verzweigen sich viel näher am Boden, da sie nicht von Tieren abgefressen, sondern von den Yu’Okai gepflegt werden. Sie sind Teil einer Stadt, die man aber nur schwer erkennen kann, da sie sich hauptsächlich in den Bäumen befindet. Die Bäume und größeren Äste sind mit schmalen Rampen und Brücken verbunden, doch sie wurden so geschickt angebracht, dass sie oft wie ein Teil der Bäume wirken. Lange Gestalten, etwas größer als Menschen und mit einem seidigen Fell bedeckt, wobei fast alle Farben vertreten sind, bewegen sich geschmeidig und nahezu lautlos zwischen den Ästen. Die tierisch aussehenden Ohren haben Teilweise lange Pinsel an den Spitzen, verschwinden aber in den zum Teil dichten Mähnen der Träger. Um und an den Bäumen stehen weiter Gebäude. Die meisten aus Holz, gerade jene, die in den Bäumen und teilweise in die Baumstämme hinein gebaut wurden. Am Boden gibt es auch vereinzelte Steinhäuser, vor allem am Rand der kleinen Stadt. Einige sind sogar ganz aus Metall, wie einer der Wachtürme, welcher an einer steinernen Brücke, die sich über den Fluss zieht, steht. Trotz seiner Größe, fällt er kaum zwischen den Bäumen auf, da er von Pflanzen überwuchert ist. Nur hier und da blitzt es metallisch zwischen den Ranken auf, wenn ein Sonnenstrahl auf das Metall fällt.

Die meisten Bewohner haben sich unter einer riesigen Kuppel versammelt, die sich in der Mitte der Stadt befindet. Sie besteht aus sieben riesige, glatte Holzsäulen, die sich über den Großen Platz spannen, der sich in der Mitte des Hains befindet. Direkt über dem Zentrum des Platzes treffen sie sich und scheinen dort miteinander verwachsen zu sein. Von den Stämmen selbst sieht man kaum noch etwas, wie ein Spinnennetz haben sich Pflanzen daran entlang gehangelt und tauchen den Platz so in angenehmen Schatten. Trotz der friedlichen Umgebung, herrscht eine angespannte Stimmung, was man aber nur daran erkennt, dass die Ohren und Schwanzspitzen der anwesenden Yu’Okai hin und wieder nervös zucken. Die ganze Stadt scheint sich um eine Bühne versammelt zu haben, die mal ein Baum gewesen ist, den man etwa zwei Fuß über den Boden abgesägt und geglättet hat um Platz zu schaffen. Auf der Bühne stehen zehn Leute.

Vier von ihnen scheinen Wachen zu sein, denn sie tragen eine Art Uniform. Sie ist dunkel lila, mit silbernen Knöpfen und Nähten. Die vier Männer bewachen eine fünfte Person, die mit hängendem Kopf zwischen ihnen steht. Der junge Mann ist in graues Leinen gekleidet, sein silbergraues Fell wirkt stumpf und glanzlos. Seine Arme hat man ihm hinter dem Rücken verbunden und seine schwarzen, zerzausten Haare hängen ihm wirr vor dem Gesicht, so dass man dieses nicht erkennen kann. Die übrigen sind in eine Diskussion untereinander vertieft und heben nur ab und zu den Kopf um einer Bemerkung aus der Menge zu lauschen. Obwohl der Platz voller Leute ist, ist es ungewöhnlich ruhig. Keiner hebt die Stimme… womöglich um nichts zu verpassen, denn alle scheinen auf eine Entscheidung der fünf übrigen Personen auf der Bühne zu warten. Sie sind anders als der Rest, in lange, seidige Roben gekleidet. Zwei von ihnen tragen ein hell grau, zwei weitere ein blasses dunkelblau und die Robe des letzten ist in edlem Purpur gehalten. Der Mann in der Purpurnen Robe scheint der älteste der fünf zu sein und er schweigt die meiste Zeit. Er hat ein helles, rotbraunes Fell und seine langen, dunkleren Haare, sind von silbergrauen Strähnen durchzogen. Mit steinerner Miene und ernst, graugrünen Augen, lauscht er dem Gespräche der anderen Robenträgern. Der junge Mann zwischen den Wachen sieht plötzlich auf und lässt seinen Blick über die Menge schweifen, ganz so als würde er jemanden suchen. Als der Blick seiner eisblauen Augen auf eine junge Frau fällt huscht ein erleichterndes Lächeln über sein Gesicht, während sein Schweif immer noch nervös um seine Beine zuckt. Sie hat ein hellbraunes Fell mit sandfarbenen Streifen und dunkelblonde Haare, ihre Augen haben die Farbe von geschliffenem Bernstein. Traurig wirft sie einen kurzen Blick zu dem jungen Mann hoch, sie scheinen sich zu kennen, doch dann wendet sie sich ruckartig ab. Ihr blassgrünes Kleid weht ihr um die Beine, als sie sich durch die Menge schlängelt und kurz darauf ist sie auch schon wieder verschwunden. Einen Moment lang sieht der junge Mann der Frau entsetzt nach und lässt dann den Kopf wieder hängen. Er scheint sich aufgegeben zu haben.

„Kay’jlon.“ sagt nun der Mann in der purpurnen Robe, wobei sich auch die anderen Robenträger dem jungen Mann, namens Kay’jlon zuwenden. Müde hebt der Angesprochene wieder den Kopf und sieht zu den Männern hinüber, die sich vor ihm aufgebaut haben. Auch wenn er in ihre Richtung sieht, geht sein Blick teilnahmslos an ihnen vorbei in die Ferne.
„Willst du noch etwas vorbringen, bevor wir zu einem Urteil kommen?“ fragt er und sieht den jungen Mann scharf an. „Nichts was ich sage, würde euch doch jetzt noch umstimmen…“ murmelt Kay’jlon leise und schüttelt den Kopf ohne den Punkt mit den Augen los zu lassen, den er am Horizont fixiert hat.
„Ich war es nicht, das ist das Einzige was ich sagen kann.“ setzt er noch leise hinzu, trotzdem schallen seine Worte klar über den ganzen Platz.
„Gut, dann wäre das geklärt…“ stellt der Mann in der purpurnen Robe fest und tritt mit langsamen Schritten an den Rand der Bühne, wo er die Hand hebt, wie um sich Gehör zu verschaffen, doch auf dem Platz herrscht bereits völlige Stille, nur der Wind lässt die Blätter der Bäume leise rascheln.
„Die Entscheidung ist gefallen.“ verkündet er laut und nun sind alle Blicke auf ihn gerichtet.
„Es geht um den heimtückischen Mord an Ba’Raain Alur, der sich vor einem halben Mond ereignet hat.“ unbeteiligt hört Kay’jlon zu, er hat den Blick wieder gesenkt und starrt nur noch auf den Boden zu seinen Füßen.
„Nachdem wir alle Beweise gesichtet und alle Zeugen verhört haben, sind wir zu der Ansicht gelangt, das Kay’jlon Talaii für schuldig befunden wird.“
Bei diesen Worten zuckt Kay’jlon doch zusammen, bevor er in sich zusammenzusacken scheint. Mit hängenden Schultern und Kopf steht er zwischen seinen Wächtern.
„Gibt es Einwende gegen dieses Urteil?“ wendet der Mann sich an die Menge vor sich. Leicht sieht Kay’jilon auf und lässt seinen Blick über die Menge schweifen. Einen Moment lang glimmt so was wie Hoffnung in seinem Blick auf, doch niemand rührt sich. Leise seufzt der junge Mann, dessen Schicksal nun besiegelt scheint und starrt wieder auf seine Füße.
„Nun, dann werden wir das Urteil am nächsten Neumond vollstrecken.“ nun wendet er sich direkt an Kay’jilon.
„Tod durch die Klinge… genau wie sein Opfer…“

Hari Seldon 12.01.2012 03:07

okay.
Zuerst mal, gut geschrieben. Hast einen guten Blick fuer Details, baust Atmosphaere und Stimmung auf.

Ein paar Rechtschreibefehler, halb so schlimm. Einige Saetze kann man "schleifen" (zum Beispiel den letzten, da kommt zweimal "wieder" vor), oder auch miteinander verbinden, als Nebensaetze.

Aber eine grosse Sache: Strukturier deine Saetze und mach nicht eine neue Zeile fuer jeden auf.
Weil es sich ein bisschen anstrengend liest.
Der Lesefluss wird gestoert.
Saetze, die zusammen gehoeren, werden so getrennt.
Als Leser fange ich so immer wieder von neuem an, mit jeder Zeile.


Dann den ersten Teil, also den Traum, wuerde ich vielleicht auch in der Ich-Perspektive schreiben. Ansonsten muss ich mich naemlich kurz umorientieren, da du nicht nur aus dem Traum in die "richtige" Erzaehlwelt wechselst, sondern ich muss gleich auch die Perspektive wechseln. Das schafft einen kurzen Moment der Irritation.
Die Viecher ganz am Anfang werden wohl auch nochmals auftauchen. Du laesst dir Zeit, um bis zur Gerichtsszene zu kommen. Vielleicht zu viel Zeit, aber das ist Geschmackssache. Ich musste immer wieder an so eine Art "Kamerafahrt" denken, also wie im Film, faehrt die Kamera uebers Land, zeigt diese Welt, in die Stadt, und endet bei der Arena.

Aber spannend und einfallsreich. Die Dialoge mag ich, ich bin ein Fan von Dialogen, weil sie den Figuren mehr "Leben" geben. Das Verhaeltnis der beiden macht mich neugierig, du deutest eine Vergangenheit an und haelst mich hin. Macht Spannung. Das Gefuehlsleben deines Protagonisten ist auch vielseitig und zeigt viel. Nur an einem Punkt schien es mir sprunghaft, ganz gegen das Ende zu, als er zuerst albert (mit den dreckigen Haenden) und kurz darauf grummelt. Aber vielleicht ist er so sprunghaft in seinen Stimmungen, das weiss ich ja nicht. ;)


Uebrigens auch gut, dass du die Geschichte mit Technik anrollst, aber nicht mit irgendwelchen Hochgedrehten Superfluxkompensatoren, sondern mit einem einfachen Techniker in seiner Werkstatt. Erdet es, und ich habe Techniker als Sci-Fi-Protagonisten gerne.

Frage noch: Was liest du eigentlich fuer Sci-Fi Autoren/Autorinnen?

Icefire 12.01.2012 15:52

Danke ;3

ja mit rechtschreibung hab ich so meine probleme
aber ich denke zu min einer von den von dir gefundenen rechtschreibfehlern handelt es sich um absicht aber des wird vll iwann noch geklärt XD

jaaa das mit den sätzen hab ich schon mal gesagt gekriegt
wollte es auch eig noch geblockt haben aber habs vergessen
ich mag des ja eig mit den vielen enterlies, aber wenn es den lesefluss so arg stört
mir selber fällt des wahrscheinlich gar nicht mehr so auf ^^

der erste teil, der traum, ist aus mehreren gründen nicht in der ich perspektive.
1. weil es ein traum ist ^^
2. ist es eigentlich der prolog und soll sich durchaus ein wenig vom rest der geschichte abheben
3. wollte ich diesen krassen übergang dadurch soll der schreck noch mal nen bisschen rüber kommen wenn man aus einem traum gerissen wird… hab ich mir zu min so überlegt ;3

Der anfang erzählt eigentlich was über shawins heimatplaneten
wird noch ne ganze weile dauern, bis der mal wieder rein kommt
und ich weiß nicht ob die tiere noch mal auftauchen *kicher*
ne freundin von mir wollte nur bissel mehr über die wissen, weshalb sie etwas ausführlich beschrieben wurden XD

ich mag auch dialoge
is ja doof wenn sich alle ewig anschweigen.
tjo… das mit dem verhältnis zwischen den beiden… ich hatte vor immer mal wieder ein paar infos dazu rein zu streuen, bin aber auch dabei (in einem der erwähnten vorgeschichten) deren erste begegnung zu schreiben XD
alles etwas durcheinander, aber mal sehen wie es wird
mit dem ende hast du recht, ich glaub grummeln passt wirklich nicht ganz
muss ich mal drauf achten ^^

na ja ich versteh nen bissel was von technik und wenn ich mit ausgedachtem kram ankomme muss ich mir dazu ja auch was zu überlegen also bleib ich erstmal bei dinge die ich kenne
da kann ich zur not auch ins detail gehen XD
wobei es sicher noch einige dinge geben wird, die es heutzutage noch nicht gibt ^^
aber das ergibt sich dann XD

öhm… *hust*
ich besitze eher weniger sci-fi bücher
ein paar hab ich von wolfgang hohlbein, aber der sollte besser bei fantasy bleiben
ich lese mehr fantasy oder wissenschaftsthriller, dafür schaue ich gerne sci-fi filme ^^
und bin ein geheimer fan der SG-serie *kicher*

aber danke für die Kretik, hab mich sehr gefreut
ich werd versuchen, dass ich deine anregungen im kopf behalte ;3

Tush 15.01.2012 00:11

Also sorry Hari, ich fand es vorher, nicht so im Blocksatz, besser lesbar.

und eine anregung: bei meiner geschichte mach ich, wenn die Perspektive wechselt so ein

~: :~
dazwischen, damit mans beim Lesen gleich merkt.

Hari Seldon 16.01.2012 23:26

Tush, ich geb dir halb Recht.
Jetzt ist es ein anderes Problem: Eine zusammenhaengende Textwueste, die vom Leser unglaubliche Konzentration fordert.

Ice, ich empfehle den Text wie in Portionen zu denken. Schau mal bei meinen Texten, wie ich es gemacht habe, dann verstehst du was ich meine.
Also mit nicht nur eine neue Zeile zu beginnen, also nicht nur einmal "Enterlies", sondern zweimal, so dass ein neuer Block beginnt. Also alles in mehrere kleine Bloecke aufteilen.
Wie gesagt, so mach ich es halt gerne, und ich behaupte nicht, dass es die richtige Form ist, aber ich hab gute Erfahrung damit gemacht.

Als Buch wuerde es sich so gut lesen, aber in einem Thread zieht sich der Text viel mehr in die Breite, und durch das Scrollen verliert man schnell den Anknuepfungspunkt, wenn man am Ende der Zeile angelangt ist und wieder nach links mit den Augen geht, um die naechste Zeile zu suchen.

Deswegen: Den einen grossen Block in mehrere kleine unterteilen, am Besten auch wie es inhaltlich passt.

Und das neue Kapitel aus der Perspektive der Schwester...
zu den Guamseks haette ich mir noch gewuenscht, zu erfahren, was das fuer Tierchen sind. Aber ich finds auch passend, wie die Schwester all das erzaehlt, ueber all die anderen Crewmitglieder spricht, selbstverstaendlich. Sie kennt sie, und sie erzaehlt, wie sie sprechen wuerde.
Aber ich als Leser kenne sie noch nicht... das ist auch immer das Problem mit Texten aus der Ich-Perspektive, wieviel weiss nur der Erzaehler, wieviel lass ich den Leser wissen.

Auf jeden Fall gespannt wie es weitergeht.

Tush 09.02.2012 22:18

Ich habe heute einen Artikel gelesen: http://www.heise.de/tp/artikel/36/36184/1.html
bei dem ich gleich an deine Geschichte denken musste, weil sie Neugier und Fantasie weckt, einen nicht mit Kampfgetümmel empfängt und mit Action niederwalzt.
Ich glaube, das ist auch gar nicht die Hauptrichtung, in die deine Geschichte will...
Danke, dass du sie schreibst! Und der im Artikel angedrohten Verblödung damit entgegenwirkst!

Icefire 11.02.2012 23:44

ui
danke für das lob... wird man ja ganz rot ;3
dafür gibts auch nen neues teilchen XD
auch wenns nun völlig durcheinander wird aber vll ordne ich das ganze iwann mal ^^
ist ein teil der Vorgeschichte, die eigentlich an die Traumsequenz aus dem ersten teil anschließt

ich hoffe es ist nicht zu wirr und meine formatierung ist so besser ^^





Wie in Trance folge ich den Wachen in die unterirdischen Gefängnisräume. Wie hat das nur alles kommen können. Erst als mein Freund Tayé auftaucht schrecke ich aus meinen Grübeleien auf.
„Kay’jlon?“ fragt er leise und betritt meine kleine Zelle. Müde sehe ich zu ihm auf. Sein Schweif mit der hellen Spitze zuckt nervös, als die Wachen die Zelle hinter ihm wieder absperren und verschwinden.
„Was ist?“ murmle ich leise.
„Willst du mir nun auch noch die Freundschaft kündigen, wie meine Familie?“
Verwirrt schaut mein alter Freund mich an, während ich meinen Blick wieder sinken lasse. Wie eine einfache Beschuldigung, doch ein ganzes Leben zerstören kann. Es zeigt einem wie viel vertrauen die Leute doch in einen haben…
„Warst du es?“
Wieder sehe ich kurz auf.
„Nein.“ erwidere ich bestimmt. „Warum auch?“
„Keine Ahnung, die Gerüchte sind da sehr einfallsreich und…“
„Tayé… ich war es nicht! Wieso sollte ich Ba’Raain umbringen? Gut ich hab ihn nicht sonderlich gemocht, aber wer hat das schon? Und… ich meine…“ stammle ich verzweifelt und sehe meinen alten Freund an, der mich merkwürdigerweise angrinst.
„Ich glaub dir ja, Kay’jlon. Ich kenne dich lang genug um zu wissen, dass das nicht deine Art ist. Selbst wenn du ihn umgebracht hättest, du hättest dich deutlich besser angestellt.“
Unsicher sehe ich Tayé an und versuche schlau aus ihm zu werden.
„Nun schau nicht so… jetzt müssen wir uns nur überlegen, wie wir dich hier raus kriegen.“ sagt er plötzlich leise, nachdem er einen prüfenden Blick auf die Tür geworfen hat.
„Was… du willst? Aber…“ verwirrt stammle ich vor mich hin.
„Ich werde nicht zusehen wie du stirbst, dann lieber Exil, oder was meinst du?“
„Ich… ähm… aber wie…“
Ich bin völlig verwirrt.
„Wie willst du mich denn hier raus bekommen? Das würde auffallen und im Zweifelsfall musst du dann deinen Kopf hinhalten und das werde ich nicht zulassen.“
„Dann darf ich mich halt nicht erwischen lassen.“ meint er grinsend.
„Du hast doch nen Knall.“ murmle ich und schüttle den Kopf. Tayé war schon immer so…
Ein bisschen verrückt und viel zu draufgängerisch…
„Hast du überhaupt nen Plan?“
„Ich arbeite noch dran, aber das krieg ich schon noch hin.“ erwidert er. „Vielleicht hilft mir ja irgendwer…“
„Hm…“ nuschle ich, den ich bezweifle, dass sich irgendwer auf meine Seite schlagen würde.
„`Meinst du nicht, dass Kaja helfen würde?“ unwillkürlich zucke ich bei ihrem Namen zusammen.
„Nein…“ wispere ich. „Sie… ich…“ müde schüttle ich den Kopf. „Ich glaube sie hat mich aufgegeben…“ nuschle ich.
„Hm… dann müssen wir das so hinbekommen… Wie gut bist du im Improvisieren?“
„Ähm… kommt drauf an womit.“
„Na ja, man muss dich hier nur irgendwie raus bekommen, den Rest kriegst du sicher alleine hin, oder?“
„Und wo soll ich hin?“
„Im Raumhafen von Ajilon stehen einige Fähren, die in den nächsten Tagen ablegen. Damit würdest du zur Ku’Jayi kommen.“
„Glaubst du nicht, dass sie mich dort als erstes suchen würden?“
„Dazu müssten sie die anderen Kasten informieren. Ich denke damit würden sie so lange warten wie es geht. Wir müssen dir nur einen entsprechenden Vorsprung verschaffen.“

Auch wenn ich noch nicht ganz dran glaube, klingt dass doch alles gar nicht so schlecht. Ich will nicht sterben.
Schon gar nicht für etwas, dass ich nicht getan habe, aber will ich meine Heimat verlassen? Für einige Aufträge habe ich den Planeten durchaus schon verlassen, aber nie alleine und immer mit der Aussicht zurückkehren zu können, nun aber habe ich nur noch das Exil als mögliche Aussicht und das beinhaltet keine Rückkehr. Auf der anderen Seite… was bleibt mir hier? Alle haben mit mir abgeschlossen… mal von Tayé abgesehen… Ich seufze leise.
„Wenn du meinst, dass du mich hier raus kriegst…“
„Ein bisschen mehr Begeisterung, wenns geht.“ meint Tayé grinsend.
„Ich freue mich, wenn das alles hinter mir liegt.“ wispere ich.
„Ich werde mir was überlegen… sind ja zum Glück noch ein paar Tage bis Neumond… halt so lange durch, ok?“
„Ich versuch's…“ Leicht klopft er mir auf die Schulter, bevor er einen hohen Pfeifton ausstößt. Es dauert nicht lange bis daraufhin die Wachen wieder kommen und ihn raus lassen.

Böse sieht er mich von draußen an. „Und so was will mein Freund gewesen sein… wie man sich doch in manchen Täuschen kann.“ faucht er mich an und verschwindet dann Wortlos. Fassungslos starre ich ihm nach, was die Wachen zu einem gehässigen grinsen verleitet, bevor auch sie verschwinden. Mir ist klar, dass er das nicht ernst gemeint hat, aber er kann so verdammt überzeugend sein. Ein sehr hilfreiches Talent manchmal… aber auch immer wieder befremdlich, wenn er einfach so ohne Vorwarnung in ein anderes Ich schlüpft. Nachdenklich fange ich an in meiner Zelle auf und ab zu laufen. Exil… An diese Möglichkeit habe ich nie gedacht… es würde zu Mindestens etwas von der Ehre meiner Familie wieder herstellen. Das meine Eltern mit mir gebrochen haben, kann ich verstehen. Ihr Ansehen in der Stadt ist wichtig für unsere Kaste. Wenn man es schafft zu gehen… zeugt das immerhin von Überlebenswillen und das wird respektiert. Zwar würde ich für alle auf der Abschussliste stehen, aber es würde dennoch meiner Familie helfen. Schon irgendwie bescheuert, wenn man mal drüber nachdenkt.

Eine Weile stelle ich mich lauschend an die Zellentür, bevor ich sie genau untersuche. Ein äußerst kompliziertes Schloss… aber muss es ja auch, wenn es uns aufhalten soll. Allerdings haben mich technische Dinge schon immer fasziniert. Meine Eltern fanden es immer befremdlich, dass ich mich so für Maschinen, Mechanik und Elektronik interessiert habe. Es dauert deshalb auch nicht lange, bis ich weiß, wie das Schloss funktioniert. Fraglich nur, was ich mit diesem Wissen nun anfange. Unauffällig versuche ich aus dem schmalen Fenster zu sehen, dass ich einen Hof führt, doch da komme ich weder dran, noch kann ich etwas Hilfreiches erkennen. Als nächstes untersuche ich meine Klamotten, doch das weite Hemd und die kurze Hose, welche mit einem einfachen Strick zusammengehalten wird, bestehen nur aus Leinen. Weder Knöpfe noch sonst was sind eingearbeitet und meinen Haarschmuck haben sie mir auch abgenommen. Schuhe trage ich auch nicht… Aus der Pritsche lässt sich auch nichts machen. Sie ist aus einem Stück gearbeitet und mit etwas Heu aufgefüllt. Nicht mal ein Splitter lässt sich aus dem harten, in Form gewachsenen Holz lösen. Nachdenklich tippe ich mir ans Kinn und lasse mich dann wieder auf mein Lager fallen. Vielleicht fällt Tayé noch was ein.

Hari Seldon 18.02.2012 01:36

Erstmal grundsätzlich: Ich finde auch dieses Kapitel flüssig geschrieben, die Dialoge, die vorwärts ziehen und die Figuren gleichzeitig deutlich werden lassen, gefallen mir. Auch formell finde ich die Gliederung so leserfreundlicher und es gefällt mir. Die Beziehung zwischen den beiden tritt deutlich vor und ich bin schon gespannt auf die Flucht.

Aber ich muss hier einen Einwurf machen, weniger was das Kapitel anbelangt, sondern aus dramaturgischen/erzähltechnischen Gründen, wie die Kapitel zusammenhängen.
Das ist erneut ein Kapitel, wo neue Figuren auftauchen.
Und es ist erneut ein Kapitel, wo du deine Erzählweise verändert hast.

Wir hatten zuerst den Sprung in der Perspektive (aus der Autorperspektive in die Ich-Perspektive), dann den Sprung zu einer anderen Ich-Person (was ich immer für problematisch halte, denn wenn 1 Person erzählt oder beschreibt, warum mischt sich dann eine zweite Person ein, wie kommt sie dazu? Ein Ich-Erzähler ist eine Figur, eine Fiktion, die berichtet. Warum lässt er sich die Geschichte "entreissen", warum erzählt plötzlich ein anderer? Im Briefroman ist sowas geschickt gelöst, da lese ich als Leser die Korrespondenz, ich kann es mir erklären. Aber ohne Erklärung - und das ist meine subjektive Meinung, wohlgemerkt, empfinde ich das als einen Sprung, der mich irritiert) und nun wieder den Sprung in die Traumsequenz, aber diesmal nicht in die Erzählerperspektive, sondern in der Ich-Perspektive.

Das fordert ein hohes Mass an Aufmerksamkeit. Ich finde jedes einzelne Kapitel für sich schön geschrieben, aber warum quälst du mich als Leser so sehr, dass du mir nicht eine Art des Erzählens und Lesens gönnst, auf die ich mich verlassen kann? Warum ist in jedem Kapitel alles wieder anders?
Als Leser bin ich immer auch wie ein kleines Kind, das an der Hand genommen werden will (aber ohne dass ich mir dessen jemals bewusst sein möchte), das in deine Welt mit einsinken will, aber nicht bloss, weil ich es will, sondern weil du mich dazu verführst. ^^

Jedes deiner Kapitel ist schön geschrieben, aber die Wahl der Art und Weise ist chaotisch. Das tut der Geschichte nicht gut, und das finde ich schade, bei so schönen Texten.

Warum bleibst du nicht bei einer Erzählweise?
Lässt alles bloss Shawin erzählen zum Beispiel, aus der Ich-Perspektive?

Nicht falsch verstehen, wir haben im Chat ja mal darüber gesprochen, und du hast dir Ehrlichkeit gewünscht, Ice, und ich habe sie dir versprochen. Also nicht schlagen ;)

Tush 20.02.2012 22:32

Mir gefällt die ich-Perspektive auch sehr gut, die zieht einen so mitten ins Geschehen rein.
Ich selbst schreibe zwar eher als "allwissender Erzähler" und kann so nach bedarf den Leser in verschiedene "Köpfe reingucken lassen".

Und ich finde es auch spannend, wenn die Vorgeschichte, in der ja der Prolog stattfindet, so in form von Träumen oder "Flashbacks" allmählich aufgedeckt wird.
Erinnerst du dich noch (ne, so alt bist du nicht!) an "Jack Holborn"?
Der Piratenjunge hat immer wieder diesen nebulösen Traum, nur ganz schrittchenweise kommt heraus, was da los war.

Icefire 20.03.2012 15:37

so dann will ich doch auch endlich mal ein paar takte dazu sagen ^^

erstmal... ich reiß dir schon nicht den kopf ab XD
finds ja gut des du ehrlich bist und deine meinung kund tust ;3

aaaaber...
der letzte teil ist wie gesagt ne art vorgeschicht und hat mit dem davor nur wenig zu tun
ich weiß gerade nicht was du meinst in dem teil selber ändere ich die erzähl sicht doch garnicht, oder *grübel*

zudem hast du durchaus recht, dass es schwierig ist zu folgen, wenn man unterschiedliche personen erzählen lässt
ich mache das nur gerne um die charas auch aus einer anderen sicht zu beleuchten
ich liebe die ich-perspektive, warum weiß ich nicht, liegt vll am vielen RPG schreiben XD
im laufe der story hatte ich auch vor noch mehr sichten rein zu bringen
ich kann durchaus verstehen, dass das für den leser nicht einfach ist, aber wenn man in ich-perspektive schreibt, kann man auch so den hauptchara etwas genau erbeleuchten... dachte ich mir zu min so ;3

die autor perspektive, wie du sie nennst, wird nicht wieder vorkommen
das war nur für den prolog

ich hab auch einige bücher, wo die ich-perspektiven springen, gut da hängen die charas selten so dicht beieinander, aber ich mag es iwie so
ich stehe einfach drauf gleiche geschehnisse aus verschiedenen sichten zu beleuchten
das ist ab und an wahnsinnig interessant
auch wenn du recht hast und es vll verwirrt

irgendwann muss ich noch mal alles in die richtige reihenfolge bringen denn so wie ich hier nun gepostet habe, passt es ja vorne und hinten nicht XD

muss ich mir noch mal gedanken zu machen, denke ich, aber eigentlich mag ich meine schreibweise so *kicher*

Icefire 21.04.2012 19:32

sooo
mal ein weiteres stückchen von meiner vorgeschichte
nehme mir ja immer wieder vor hier malordnung zu schaffen, aber iwie ergibt sich des nicht ;(

hoffe es gefällt trotzdem iwem...




Vor mich hin grübelnd ziehen zwei weitere Tage ins Land und der Tag meiner Hinrichtung rückt immer näher.
Irgendwie werde ich langsam nervös. Mir ist immer noch nichts eingefallen, wie ich das Schloss auf bekommen könnte, ohne das man jemanden der Mithilfe schuldig machen könnte. Dabei würde ein kleines, schmales Stück Holz schon reichen. Einfach etwas, dass in das Schloss passt. Schließlich kommt Tayé wieder, der trägt allerdings keine sonderlich aufbauende Miene zur Schau.
„Lass mich raten… wird nichts?“ frag ich ihn niedergeschlagen, als die Wachen wieder verschwunden sind.
„Doch schon… hab das meiste geregelt, hab sogar nen paar deiner Sachen aus deinem Haus mitgehen lassen, das Problem ist nur wie ich dich hier raus kriege.“
„Darüber denke ich auch schon die letzten Tage immer nach… das Problem ist das Schloss. Ich brauche was, womit ich den Mechanismus umlegen kann.“ meine ich und fange an nervös auf und ab zu gehen.
„Du willst das Schloss knacken? Meinst du nicht, dass du dir daran die Zähne aus beißt?“
„Irgendwas muss doch machbar sein.“ erwidere ich, halte dann aber plötzlich inne. „Zähne… aus… beißen…?“ murmle ich und fahre mir nachdenklich über meinen linken Eckzahn.
„Das… das könnte klappen.“ nuschle ich. „Schlag mich.“ vordere ich meinen alten Freund auf, der mich total irritiert anguckt.
„Was?“
„Du sollst mich schlagen.“ wiederhole ich. „Am besten da.“ meine ich und deute auf meinen einen Eckzahn… muss dann aber doch grinsen, weil Tayé einfach zu dämlich aus der Wäsche guckt.
„Du sollst mir einen Zahn ausschlagen… damit müsste es gehen und es würde dich auch keiner Verdächtigen.“
„Du bist doch irre.“
„Fällt dir was Besseres ein?“
„Aber ich… das geht doch nicht…“
„Du hast mich doch letztens auch so schön angefaucht.“ erwidere ich grinsend. „Keine Panik, er wächst doch nach und ich hab schon schlimmeres erlebt.“ meine ich grinsend und schubse ihn sacht.
„Willst du mich ärgern?“ fragt er und ich bin mir nicht ganz sicher, ob er nun spielt, oder ob er es irgendwie ernst meint. Nehme aber erst mal ersteres an.
„Wieso sollte ich dich ärgern? Wenn du selbst nicht drauf kommst, hat es eh keinen Sinn.“ knurre ich, woraufhin ich kurz angegrinst werde.
„Willst du sagen ich bin dumm?“ faucht er laut.
„Der schlauste bist du auf jeden Fall nicht, sonst wüsstest du was ich meine.“ gebe ich gereizt zurück.
„Pass auf was du sagst!“
„Und was wenn nicht? Willst du mich umbringen? Das ist eh in Planung.“
„Mir fällt schon was ein.“
„Das würde mich doch sehr überraschen.“
Heftig knallt er mich gegen die Zellentür.
„Übertreib es nicht.“ knurrt er und fletscht bedrohlich die Zähne, doch ich sehe ihm nur unbeeindruckt entgegen.
Ich kann die Wachen hören, die neugierig näher treten und sich das Schauspiel ansehen.
„Übertreiben?“ frage ich und mache mich mit einer schnellen Bewegung der Arme von ihm los, so dass er ein paar Schritte zurück stolpert.
„Ich? Du bist doch derjenige, der so doof ist und die Augen vor der Wahrheit verschließt.“
Wieder geht mein Freund auf mich los und nur knapp kann ich dem Angriff entgehen, nun drückt er mich aber mit seinem Arm an meinem Hals gegen die Gitterstäbe.
„Ich würde dir wahnsinnig gerne ein Messer in den Hals rammen… aber dazu sind wir zu lange Freunde gewesen.“ haucht er kalt.
„Freunde? Wenn du mein Freund gewesen wärst, wären wir nicht in dieser Situation.“
„Ist das jetzt meine Schuld?“
„Was dagegen gemacht hast du nicht.“
„Du hast Ba’Raain umgebracht.“
„Wie schön, dass du da so überzeugt von bist.“
„Du bist das Letzte!“ knurrt er.
„Das kommt ja vorm richtigen! Du kannst ja nicht mal…“
Ich sehe den Schlag nicht mal kommen. Heftig knallt mein Kopf gegen die Stäbe…
„Verdammt… du Arsch.“ heule ich auf und gehe in die Knie, wo ich mehr als nur einen Zahn ausspucke. Im Hintergrund höre ich die beiden Wachen leise lachen, dann tritt einer aber an die Zelle heran.
„Ihr sollte die Zelle lieber verlassen.“ wendet die eine Wache sich an Tayé.
„Das denke ich auch.“ erwidert dieser, tritt mir noch einmal gegen die Seite, so dass ich von der Tür weg schlittere und verlässt meine Zelle. Gehässig werde ich angegrinst, während ich mir mein schmerzendes Gesicht reibe. Da hat er ganze Arbeit geleistet. Ganze drei Zähne hat er mir ausgeschlagen… ich sehe bestimmt verboten aus. Wenigstens hat er einen der Eckzähne erwischt. Die anderen Beiden hätte er aber durchaus drin lassen können. Grummelnd lege ich mich auf meine Pritsche und hoffe, warte darauf, dass die Blutung aufhört. Nach einer Weile pule ich noch ein Stück von der Wurzel aus meinem Zahnfleisch. Da hat er echt ganze Arbeit geleistet. Verärgert spucke ich das Stück auf den Boden und versuche dann ein bisschen zu schlafen. Dabei denke ich nach und langsam nimmt ein Plan in meinem Kopf Gestalt an. Es bedarf nur noch einiger Tage Vorbereitung…

Tush 21.04.2012 21:49

Irgendwie gefällt mir das... :D

Icefire 21.04.2012 21:56

irgendwie?
geht des auch konkreter? XD
aber freut mich wenns dir gefällt ;3

Tush 22.04.2012 13:20

hm, konkreter... nicht leicht.
Es hat eine Ironie, dass sich die Freunde prügeln, um Shawin eine Möglichkeit zum Ausbrechen zu verschaffen. Dass er nichts anderes als einen eigenen Zahn hat, um das Schloss zu knacken.
Ich wüsste auch nicht, wie ich mir einen Zahn auf andere Art ziehe...
Bin gespannt, ob er das hinkriegen wird. Ich lasse meinen Char stattdessen einen Zauberspruch lernen, aber das ist ja auch eine andere Geschichte.

Jedenfalls bringt mich die Episode zum grinsen, wenn sie vielleicht auch nicht so gemeint ist.

Icefire 22.04.2012 13:46

ich weiß auch nicht mehr wie ich auf die sache mit dem zahn gekommen bin
aber ich fands nett
und da ich bisher nicht vor habe magie rein zu bringen ist es schwierig mit zaubersprüchen XD
man muss halt erfinderisch sein ;3

aber freut mich das du grinst XD
vll schiebe ich den nächsten teil die tage noch rein ^^

Tush 22.04.2012 22:00

Übrigens:
Da du ja Wölfe magst und sie auch gut zeichnen kannst:
Mayla hat sich neulich ein Bild mit Wölfen gewünscht,
da hab ich sofort an dich gedacht. Vielleicht hast du ja Lust, dich da zu engagieren?

Hari Seldon 23.04.2012 10:53

So, jetzt aber her damit: Ich will sehen, wie er mit einem Zahn ein Schloss knackt...
Und ja, der Dialog hat was. Eine Mischung aus den 3 Stooges und Fight Club :D

Icefire 23.04.2012 16:36

also... ähm
ich kenne weder 3 Stooges noch Fight Club also kann ich da nichts zu sagen XD

also zu sehen ist da garnichts und sonderlich ausführlich wird die aktion mit dem zahn garnicht beschrieben ^^

aber wie soll man sonst eine tür knacken ;P

nen kleines stück gibbet aber erstmal noch, bei dem rest muss ich erst schauen wo ich nen schnitt mache weil der recht lang ist ^^





Tayé kann sich nicht noch mal hier blicken lassen, dass würde dann doch auffallen… zu mindestens nach dem Streit, den wir hatten. Dafür wirft er mir nachts eine Nachricht durchs Fenster. Er hat mir ein paar Informationen zu den Wachen, möglichen Fluchtwegen, von denen es leider nicht viele gibt, und einen Treffpunkt, wo er mir meine Sachen hinterlegen will.
Losgehen soll es schon morgen Nacht… ich weiß nicht ob mir das gefällt, aber viel Zeit bleibt mir nun mal nicht mehr, immerhin ist meine Hinrichtung in ein paar Tagen. Ich seufze leise und lese mir den Zettel noch ein paar Mal aufmerksam durch, bevor ich ihn vernichte.
Ich traue mich nicht auszuprobieren, ob ich das Schloss mit dem Zahn wirklich auf bekomme, da ich mir nicht sicher bin, ob ich es auch wieder abgeschlossen bekomme, wenn es einmal auf ist. So beschäftige ich mich damit den Eckzahn an den rauen Wänden meiner Zelle zu schleifen. Viel bringt es nicht, aber es lenkt mich davon ab darüber nachzudenken was passiert, wenn der Plan von Tayé und mir nicht funktioniert.
Der Tod war schon immer Teil meines Lebens, seit ich mich dazu entschlossen habe der Shioka beizutreten.
Für etwas Hingerichtet zu werden, dass ich nicht getan habe, ist irgendwie etwas, über das ich bisher noch nicht nachgedacht habe. Obwohl es auch eine Möglichkeit ist jemanden aus dem Weg zu räume, allerdings wüsste ich niemanden der mich umbringen wollen würde…
Ich habe acht ältere Brüder und komme so wahrscheinlich nie dazu, die Position des Familienoberhauptes der Talaii zu übernehmen. Darum bin ich damals der Kaste beigetreten und bin, anders als meiner Brüder, nach der Pflichtausbildung geblieben. Darin sah ich die einzige Möglichkeit, meiner Familie Ehre zu bringen… den Politik liegt mir so gar nicht und mit meinem Hobby, an Maschinen herumzubasteln, sollte ich mich in der Öffentlichkeit lieber zurück halten. Nun habe ich meine Bemühungen allerdings alles zunichte gemacht… dabei hab ich nicht mal was getan…
Seufzend lasse ich mich zurück sinken und versuche noch ein wenig zu schlafen.

Icefire 02.05.2012 13:18

Nur noch zwei Tage bis zu meiner Hinrichtung…
Nervös tigere ich in meiner Zelle auf und ab und warte darauf, dass der Kontrollgang mit dem anschließenden Wachwechsel ansteht.
Ich selber hätte das nicht gewusst, aber irgendwie scheint Tayé das in Erfahrung gebracht zu haben.
Schließlich höre ich draußen ein helles Pfeifen, welches die volle Stunde anzeigt.
Sofort lege ich mich auf mein Lager und rolle mich klein zusammen.
Ich tue nicht so, als würde ich schlafe, das würde mir eh niemand abkaufen, sondern liege einfach nur da und starre die Wand an.
Meine Nervosität hingegen muss ich nicht spielen.
Ich glaube so nervös war ich nicht mal bei meinem ersten Auftrag, den ich alleine ausführen musste.
Endlose Minuten verstreichen, die sich zu Stunden zu dehnen zu scheinen, bis die Wärter lautlos den Gang hinunter schreiten und auch bei mir kurz rein schauen.
Ich hoffe, dass sie meine Nervosität meiner bevorstehenden Hinrichtung zu schreiben und keinen Verdacht schöpfen.
Fast gerate ich in Panik, weil sie meiner Meinung nach zu lange an meiner Tür stehen und ich muss ein erleichtertes Aufatmen unterdrücken, als sie endlich, langsam weiter gehen.
Trotzdem muss ich noch endlose Minuten warten, bis sie ihren Rundgang beendet haben.
Laut Tayé habe ich nun ein paar Minuten Zeit, in denen sich die Männer in einem kleinen Aufenthaltsraum am Ende des Zellentraktes über Vorkommnisse austauschen.
Als ich das leise scharren höre, mit dem die Tür ins Schloss fällt, springe ich auf und hocke mich vor meine Zellentür.
Ich atme ein paar Mal tief durch, um das Zittern aus meinen Fingern zu bekommen.
Dann fange ich an mit meinem Zahn in dem Schlüsselloch herumzustochern und zu drehen.
Überraschend schnell springt die Tür mit einem hellen klicken auf.
Schnell stecke ich meinen Zahn wieder ein, denn ich weiß nicht, ob es nicht noch mehr verschlossene Türen gibt, und husche aus meiner Zelle.
Leise drücke ich die Tür wieder zu, man muss ja nicht schon von weitem sehen, dass ich weg bin.
Schnell laufe ich den Gang hinunter bis zu einer Tür.
Was dort hinter liegt, weiß ich nur aus Tayés Erzählungen, denn ich bin damals durch die am anderen Ende des Zellenganges gekommen.
Durch diese sind allerdings vorhin die Wächter verschwunden.
Vorsichtig öffne ich die Tür einen Spalt und spähe in den Gang dahinter.
Er beschreibt eine sanften Kurve nach rechts, weshalb ich ihn nicht ganz einsehen kann.
In unregelmäßigen Abständen sind aber kleine Lampen in den Stein an gelassen, die alles in ein schwaches Licht tauchen.
Leise gleite ich durch den Spalt und schließe auch diese Tür wieder hinter mir, dann laufe ich wachsam den Gang entlang.
Immer wieder werden die Wände von Türen, oder anderen Gängen durchbrochen, doch Tayé meinte ich müsste nur dem Gang bis zum Ende folgen.
Mich zieht es eigentlich in einen Raum, auf dessen schwerer Tür ’Asservatenkammer’ steht.
Hier dürften meine Waffen und meine Klamotten liegen, die man mir bei meiner Verhaftung abgenommen hat.
Meinen wertvollsten Besitz hatte ich zum Glück nicht angelegt… aber einige der Messer und vor allem mein Schmuck werden mir fehlen.
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob sie nicht noch mein Haus durchsucht haben und meine Klingen nicht doch mitgenommen haben.
Energisch schüttle ich den Gedanken ab und haste weiter.
Dafür habe ich keine Zeit… auch wenn es schmerzt.
Bald schon wird man mein Verschwinden bemerken und dann will ich so weit weg wie möglich sein!
Immer wieder verliere ich Zeit, wenn ich mich wieder einer Kreuzung nähere und ich erst vorsichtig in die Gänge spähen muss, doch das Glück scheint auf meiner Seite.
Ohne auf jemanden zu treffen gelange ich schließlich in eine große Küche.
Es gibt eine Reihe elektrischer Herde, aber auch eine Kochstelle in einem großen Kamin.
Überall stehen Töpfe, Geschirr Säcke mit Getreide, Mehl und anderen Dingen herum, Körbe mit Brot und Gemüse und einige Tabletts mit Teetassen.
Ansonsten ist auch dieser Raum leer.
Es ist ja schon fast unheimlich, wie weit ich gekommen bin ohne auch nur den Hauch von Wachen oder zu mindestens Bediensteten zu entdecken.
Egal.
Wie Tayé gesagt hat befinden sich hier zwei weitere Türen.
Hinter einer befindet sich der Lager- und Kühlraum, die andere führt zu einem kleinen Saal in dem gegessen wird und in dem kleinere Versammlungen stattfinden.
In dem Raum gibt es einen Ausgang nach draußen, doch hier scheint mein Glück zu enden.
Mindestens drei Leute befinden sich in dem Raum neben der Küche und unterhalten sich angeregt.
Unschlüssig bleibe ich mitten in der Küche stehe und sehe mich hektisch um.
Ich falle hier viel zu sehr auf.
Vor allem mit diesen Klamotten.
Zurück kann ich jetzt nicht mehr, aber hier komme ich auch nicht weg…

Tush 02.05.2012 20:49

Wow, du lässt uns ganz schön zappeln...
Echt gut erzählt!

Icefire 14.05.2012 20:03

danke tush ;3


Unschlüssig mustere ich den Kamin, gehe dann drauf zu und linse innen nach oben durch den Schornstein. Er ist wie das ganze Gebäude aus festem Stein gehauen, nur der obere Teil geht langsam in ein Lehmgemisch über. Er ist sehr lang… und ziemlich eng… aber das könnte klappen.
Die Reste der Glut schiebe ich unauffällig auseinander. Es glüht noch ganz schön… ist ganz schön warm noch… ich hoffe, ich grille mich nicht selber bei dem Versuch. Aber was anderes bleibt mir jetzt auch nicht mehr übrig.
Mein Hemd ziehe ich mir aus und binde es mir um die Hüfte, dann klettere ich in den Kamin und schaue zweifelnd nach oben.
Vielleicht sollte ich doch lieber einen anderen Weg suchen?
Erschrocken ducke ich mich und spähe zur Tür. Verdammt! Nun scheint mich mein Glück endgültig verlassen zu haben… da kommt jemand.
Stumm fluche ich in mich hinein und ziehe mich dann in einer fließenden Bewegung nach oben in den Kaminschacht. Es ist nicht nur verdammt eng, der Stein ist auch noch ziemlich heiß. Mit zusammengebissenen Zähnen schiebe ich mich weiter nach oben, bis ich mir sicher bin, das man mich von der Küche aus nicht mehr sieht. Wenn man nicht gerade direkt in den Schornstein blickt. Angespannt halte ich die Luft an, als einige Leute die Küche betreten und munter plappernd zu werkeln beginnen.
Na super! Wenn ich mich jetzt bewege, hören die das da unten doch sofort…
Ich kann nur hoffen, dass die da nicht auf die Idee kommen, den Kamin wieder anzuheizen… dann habe ich wirklich ein Problem. Erstmal scheinen die aber mit was anderem beschäftigt zu sein…
Ich glaube sie räumen den Geschirrwäscher aus…
Leise seufze ich und versuche eine etwas angenehmere Position hin zu bekommen. Mit angewinkelten Beinen, drücke ich meinen Rücken gegen die Wand des Schornsteins. An sich keine unangenehme Haltung… allerdings ist das innere des Kaminschachtes nicht sonderlich glatt und ich habe eine unheimlich unangenehme Kante im Rücken. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis sich die drei da unten endlich in Bewegung setzen. Zu mindestens zwei gehen mit irgendwas rüber in den Versammlungsraum und ich bin mir recht sicher, dass der dritte ihnen folgen wird. Dazu kommt es nicht. Stattdessen fliegt eine Tür auf und eine ganze Schar von Leuten betritt die Küche.
Scheiße! Anscheinend ist mein verschwinden schon bemerkt worden. Eigentlich hatte ich schon weit weg sein wollen, bevor das passiert. Doch statt die Küche zu durchsuchen, höre ich nur, wie einige durch die eine Tür in den Saal verschwinden und der Rest sich an den Tisch setzt. Verwirrt höre ich dabei zu, wie sich einige der Wachen mit dem Küchenpersonal unterhalten.
Haben die sonst nichts zu tun? Grummelnd überlege ich, ob ich es wagen kann, weiter hoch zu klettern. Was anderes bleibt mir ja eigentlich nicht übrig. In so eine Situation, kann aber auch nur ich kommen! Vorsichtig sehe ich mich um und fange dann an mich langsam weiter nach oben zu schieben. Leise rieselt etwas Ruß von der Wand nach unten auf die Glut.
Erschrocken halte ich inne und lausche, doch die Gespräche gehen ohne ein Zögern weiter. Nachdem ich ein paar Mal durchgeatmet habe, setze ich meinen Weg nach oben langsam fort. Ich habe noch nicht mal die Hälfte geschafft, als meine Schultern vor Anspannung schmerzen und meine Füße zu glühen scheinen. Es ist eine unglaubliche Erleichterung, als der Stein des unteren Teils in den deutlich glatteren und weicheren Lehm übergeht. Hier ist das klettern auch einfacher, wenn auch etwas rutschiger.
Schließlich, nach Stunden wie mir scheint, greife ich nach der Kante des Schornsteins und ziehe mich vorsichtig hoch. Schnell lasse ich meinen Blick über das Dach schweifen. Als ich niemanden entdecke, klettere ich etwas steif aus dem Schornstein heraus und lasse mich dahinter in den Schatten fallen, wo ich erst mal ein paar Mal tief einatme. Die stickige Luft in dem engen Schacht hat mir gut zu gesetzt und nur mit mühe kann ich den Hustenreiz noch unterdrücken.
Unschlüssig sehe ich mich um und überlege wie es nun weiter geht. Das Gebäude, in dem sich die Kerker befinden, ist nicht sonderlich groß. Es steht etwas abseits der Stadt und der Bäume. Hinter dem Gebäude ist der Boden aufgerissen und bildet eine tiefe Schlucht. Sie trennt unsere Stadt und die dahinter liegende Grasebene voneinander. Sie ist so breit, dass keine der Erdenbewohner herüber kommen… vor allem komme ich aber auch nicht ohne Hilfsmittel rüber. Die einzige Möglichkeit ist die Brücke am anderen Ende der Stadt, zu mindestens, wenn ich nach Norden will.
Ich seufze leise und sehe an mir runter. Einen Vorteil hatte meine Flucht durch den Kamin… ich bin völlig schwarz und mein Fell hat seinen Glanz verloren. So dürfte ich noch weniger auffallen. Energisch schüttle ich den Gedanken ab und schleiche mich dann langsam an den Rand des Daches. Mit einer eleganten Bewegung, lasse ich mich an der Wand hinunter und springe auf den Boden.
Vorsichtig gehe ich zur Hausecke und spähe daran vorbei. Im Haus ist es noch ruhig… es scheint noch niemand Alarm geschlagen zu haben. Die Schatten zwischen den Häusern ausnutzend, laufe ich zum Stadtrand. Als ich in der Nähe meines Hauses vorbei komm, bin ich einen Moment versucht den Weg dorthin einzuschlagen. Vielleicht ist Kaja zu Hause… und ich könnte noch ein paar Dinge gebrauchen… wie es ihr wohl geht…
Energisch wende ich mich um und laufe weiter ohne zurück zu blicken.

Hari Seldon 16.05.2012 10:24

ganz hübsche flucht, vorallem durch den Kamin^^
Ob er weniger auffällt, wage ich zu bezweifeln, so verrusst wie er jetzt ist... wie ein schwarzer Kohlebrocken wird er auffallen :D

Icefire 16.05.2012 19:48

danke
aber da es bei ihm gerade dunkel wird und er sich im schatten auffhält ist es nicht ganz unpraktisch wenn man schwarz ist XD
bzw dunkler
wobei shawin normal auch ein graues fell hat ^^
also viel macht es da nicht ^^

Tush 17.05.2012 10:17

gefällt mir sehr!

Icefire 05.06.2012 18:46

vorerst letzter teil


Einige Meilen von der Stadt entfernt, an einem kleinen See warte ich auf Tayé, der mich hier noch einmal treffen wollt. Während ich warte, wasche ich mich im See. Wie lange bin ich schon nicht mehr schwimmen gewesen… aber anders werde ich den Ruß nicht los. Fühlt sich ekelig an, das im Fell kleben zu haben. Seufzend lasse ich mich auf dem Rücken treiben und starre in den Himmel.

Als ich leise Schritte höre sehe ich auf und schmunzle, als ich bemerke, wie Tayé nervös am Ufer auf und ab geht. Anscheinend hat er mich noch nicht entdeckt.
„Wenn du so weiter tigerst, rufst du noch ein Vamyr auf den Plan.“ behaupte ich gelassen und sehe ruhig dem Messer entgegen, das Tayé sofort in der Hand hat. Wütend starrt er mich an.
„Musst du mich so erschrecken?“ faucht er und steckt sein Messer langsam wieder weg, während ich aufs Ufer zu schwimme. „Was machst du da überhaupt.“
„Schwimmen, dass sieht man doch.“ erwidere ich grinsend, während ich mir das Wasser aus dem Fell schüttle.
Schweigend reicht mir Tayé ein Päckchen mit frischen Klamotten.
„Dafür, dass du so nervös warst letztens hast du ganz schön die Ruhe weg.“ grummelt mein Freund während ich mich anziehe. Ich seufze leise und schnüre mir meine Stiefel zu.
„Ich war voller Ruß.“ erkläre ich und Stopfe die Gefängnisklamotten unten in einen Rucksack, den Tayé mitgebracht hat.
„Wieso warst du voller Ruß?“ kommt es verwirrt von Tayé.
„Weil ich durch den Schornstein klettern musste. Der Versammlungsraum war belegt und irgendwer fand es ganz toll sich mit den Küchenjungen zu unterhalten. Als die rein gekommen sind hab ich mich im Kamin versteckt, da die aber nicht mehr gehen wollten musste ich durch den Schornstein…“ erkläre ich und knirsche genervt mit den Zähnen, als Tayé los prustet.
„Auf so ne Idee kommst auch nur du.“ stellt er grinsend fest.
„Es war verdammt unbequem da drin.“
„Da hätten sie dich zuletzt gesucht.“
„Soll ich dich da mal durch jagen?“
„Nein danke, ich verzichte.“
Am liebsten würde ich ihn schlagen, doch Tayé schüttelt nur leise lachen den Kopf.
„Ich habe ein paar Sachen von dir zu Hause geholt und die Sachen aus der Asservatenkammer.“ erklärt Tayé und deutet erst auf den Rucksack und dann auf ein schmalen, hölzernen Kasten, der neben dem Rucksack liegt. „Wenn du nicht irgendwo was im Haus versteckt hattest, müssten das alle deine Kastenwaffen sein und ein paar von dein selbst gemacht, mehr konnte ich so auf die Schnelle nicht finden.“

Vorsichtig öffne ich den Kasten. Er enthält im Decke eine Reihe von kleinen Metallstäben, die zum öffnen von Schlössern gedacht sind. Im Kasten selber liegt ein langes, schmales, silbernes Messer mit leicht gekrümmter Klinge. Es sieht recht harmlos aus, aber es ist unheimlich scharf und mit ihm lässt sich ohne große Anstrengungen Fleisch von Knochen trennen. Ich habe es bisher noch nicht benutzt, denn Folter gehört nicht gerade zu meinen Stärken. Mein größter Schatz sind zwei identische Dolche…
Zweischneidig. Leicht gekrümmt. Mit zwei versetzten Spitzen und einer merkwürdigen Halterung an der Innenseite. Sie erinnern ein wenig an eine Flamme.
Am Griff ist eine kleine Öse, an der man jeweils eine lange, dünne Kette befestigen kann, die zusammengerollt ebenfalls in der Kiste liegen. Sonst befinden sich noch einige Wurfmesser und ein Stilette in dem kleinen Kasten.
Mein größter Schatz…
Im Rucksack finde ich noch die dazugehörigen Armschienen, aus schwerem Leder. Die Klingen lassen sich mit einem von mir entwickeltem Mechanismus an den Armschienen befestigen, so dass ich die Klingen benutzen kann, aber trotzdem die Hände Frei habe. Vor allem zur Verteidigung auf engem Raum, ist das wahnsinnig praktisch…
Allerdings nur, wenn dein Gegner keine Schusswaffe gebraucht, was leider in der Regel der Fall ist.
„Nein, ist alles da.“ murmle ich schließlich und schließe den Kasten wieder und schiebe ihn unter meinen Mantel.
„Bisschen Proviant hab ich dir auch eingepackt.“ erklärt Tayé. „Aber für viel war kein Platz…“
„Wird schon reichen.“ erwidere ich, mache mir aber doch Gedanken wie ich über die Runden kommen soll. Ich habe zwar ein bisschen was Erspartes in meinem Haus, aber dahin kann ich nicht zurück. Kaja will ich jetzt nicht sehen… und ich bin mir nicht sicher, ob sie mich nicht verraten würde…
Schmerzerfüllt verziehe ich das Gesicht bei dem Gedanken. Ich muss sie vergessen… sie hat sich entschieden…
„Kopf hoch, sie wird sich schon wieder ein kriegen.“ meint Tayé und klopft mir leicht auf die Schulter. „Du solltest sehen, dass du los kommst, sonst verlierst du deinen Vorsprung.“
Leicht lächelt er mich an und ich nicke nur stumm. Schnalle mir den Rucksack auf den Rücken, nachdem ich ein paar meiner Waffen angelegt habe, und ziehe mir meine Kapuze über den Kopf. Wieder seufze ich leise.
„Viel Glück, Alter. Ich hoffe wir sehen uns mal wieder.“
„Ich denke das vermeiden wir lieber.“ erwidere ich grinsend woraufhin Tayé los lacht und mich kurz umarmt.
„Pass auf dich auf, Kay’jlon…“
Wieder nicke ich nur und schaue meinen Freund dann irritiert an, als er mir noch einen kleinen Lederbeutel in die Hand drück und sich dann einfach umdreht und geht.
„Aber…“ setze ich an.
„Das ist nur geliehen, irgendwann will ich das wieder haben.“ sagt Tayé, bevor er mit einem letzten Gruß in der Nach verschwindet. Verblüfft wiege ich den Beutel in der Hand. Das muss ein Vermögen sein…
Idiot! Trotzdem bin ich meinem Freund wahnsinnig dankbar. So komme ich wenigstens recht schnell hier weg, ohne erst noch auf Raubzug oder Jobsuche gehen zu müssen. Ich lasse auch den Beutel in meinem Mantel verschwinden, ziehe noch einmal meine Riemen fest und renne dann los.

Ich bin ein Schatten.
Gejagt von Schatten.
Mein ist die Nacht. Niemand wir mich finden…
Mein Ziel? Der leere Raum über mir…

Tush 31.07.2012 21:35

:(
Kommt irgendwann eine Fortsetzung? Das ganze scheint die Einleitung zu einer größeren Geschichte zu sein, vor allem, weil ja auch schon ein Vorausblick in die Raumreise drin war.

Icefire 07.08.2012 13:49

tjo...
bin im mom etwas unmotiviert
zu dem letzten teil gabs ja nimmal nen rückmeldung ^^
manchmal tipsel ich an weiteren teilen herum
hab leider ein vorgeschriebenes kap verloren ;(
liegt nun iwo in richtung würzburg rum *schnief*

aber im mom komm ich nicht zum schreiben
hab gerade nen anderes projekt am laufen
aber iwann kommt vll noch mal was

Hari Seldon 25.09.2012 23:49

lieber spät als nie....^^

also vorweg, ich mag die vier letzten Zeilen. :)
Da erhält das ganze eine poetische Grösse (klingt abgedroschen, aber mir fällt gerade nix besseres ein) :D

Ansonsten.... schön, das Wiedertreffen der beiden. Einen Tipp bei deinen Dialogen: Versuch, sie lebendiger zu gestalten. Wenn wir reden, verhaspeln wir uns, wir fangen Sätze an, strukturieren sie in der Mitte wieder um, wechseln das Thema. Oder wir antworten kurz. Knapp. Weil wir faul sind. Weil es uns egal sind. Oder weil wir an was anderes denken. Jawohl. Nämlich. Und überhaupt. ;)

Und deine Verliebtheit mit technischen Details, auf die gehe ich gar nicht weiter ein. Das ist was wunderbares, wenn es einem gefällt. Und lass dir gesagt sein, bei Sci-Fi Geschichten ist jedes technische Detail ein Segen. Bei Fantasygeschichten hingegen kann es sich rächen, es gibt einen Typ Leser, der will sich manchmal nicht mit detaillierten Waffenbeschreibungen beschäftigen. ABER: Dort liegt deine Stärke, fällt mir gerade auf. ^^

Und wenn das mal weitergeht hier mit der Story, werden wir weiterlesen, versprochen, auch wenn es erst nächstes Jahr ist ;)

Chekesha 31.10.2012 02:44

wow, was für ne geschichte! erst heute entdeckt.
super gemacht. meeeeeehr davon - und das möglichst schnell! ich bin ja schon ganz hibbelig!

Icefire 05.11.2012 23:18

@ hari
ja die vier zeilen sollten auch poetisch sein XD

und deinen tipp finde ich gut
werde ich dran denken... haste schon recht
gespräche verlaufen nicht immer gradlinig ^^

da meine geschichte iwie ne mischung aus fantasy und sifi ist weiß ich gerade nicht genau ob mein 'perfektionismus' nun gut ist oder nicht XD
aber ich verliere mich gerne in details ;3

und nen bissel weiter geschreibt habe ich schon ;3

@Chekeska
danke für dein lob ;3
ich weiß nur noch net wo ich weiter mache
bei der vorgeschichte oder dem eigentlichen teil XD
was gefällt dir denn mehr, wenn ich mal so fragen darf... ;3

Hari Seldon 06.11.2012 00:09

Zitat:

Zitat von Icefire (Beitrag 549703)
und nen bissel weiter geschreibt habe ich schon ;3

Fein.... :)

Tante Piaf sing des Nachts - weil das ja doch ein kurzer Kommentar war^^: Wir freuen uns, wenn es soweit ist. In der Zwischenzeit *Ice nen Keks reich* ;)

Chekesha 08.11.2012 10:39

Zitat:

ich weiß nur noch net wo ich weiter mache
bei der vorgeschichte oder dem eigentlichen teil XD
was gefällt dir denn mehr, wenn ich mal so fragen darf... ;3
das ist ne gaaanz schwere frage.
vielleicht wär ein stückle hauptgeschichte gut, um den erzählstrang dieses "eigentlichen" teils nicht abreissen zu lassen. höchst spannend übrigens, über die möglichen zusammenhänge der beiden teile zu spekulieren ;)

Lilitu 12.01.2013 20:58

So.. nun möchte ich aber auch wissen, wie das weitergeht. Gefällt mir richtig gut.

Ich schließe mich Chekesha an, jetzt wäre die Hauptgeschichte wieder dran.

Icefire 15.01.2013 11:44

Sooo dieser Teil ist meinen aufräumarbeiten zum opfer gefallen ^^

Lilitu 17.01.2013 20:32

Schließt sich für mein Empfinden problemlos an die vorherigen Teile an. Ist nur halt nicht viel, was in diesem Part passiert. Ehrlich gesagt fesselt mich die "Traumgeschichte" momentan mehr.

Bei diesem Geschehen fehlt mir noch das "Ziel". Wo treffen beide Stränge aufeinander? Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Aber wahrscheinlich bin ich einfach nur zu ungeduldig... *mit diesem dosierten Lesestoff ganz schwer umgehen kann*

Kurz um: Ich freue mich auf mehr :bs:

Chekesha 18.01.2013 13:15

hach ice! kaum guckt ich mal paar tage nicht rein, schon verpass ich was!
klasse! weiter! wann gehts eeeeendlich weiter?! *von einem fuß auf den anderen hibbel*

ansonsten wie lily: wann und wie laufen die beiden stränge zusammen?

Icefire 30.01.2013 19:39

auch dieses wurde vorerst raus genommen *dumdidum*
*rumlösch*

Lilitu 30.01.2013 19:55

Sehr schön :)! Man spürt regelrecht, wie innig die Beziehung der beiden ist. Ganz toll formuliert. Fand ich wesentlich interessanter, als den Teil davor, auch wenn ja eigentlich nicht viel passiert. Ich kann's nicht genau beschreiben, hat mir einfach gefallen.

Icefire 30.01.2013 20:00

chihihihi
jaaa die beiden haben sich ganz viel doll lip XD
wenn ich meinen einen teil nicht verloren hätte würde des da auchs chon viel deutlicher werden *schnüff*
mal sehen ob ich mich da noch mal dran wage
iwann...

aber schön das es dir gefällt ^^

Chekesha 31.01.2013 06:13

hach, ist das schöööön.

*grübel* wie bringt man frau ihren vier brüdern bei, so mit ihrer nettesten schwester umzugehen?

seit ich dieses stück geschichte gelesen hab, lächle ich in einem fort. ein schöner tagesbeginn heute. :)


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